Der BKJ-Fachtag „AllerArt Inklusion“ am 16. Juni 2016 in Essen zeigte vielfältige Beispiele, wie Inklusion durch Kulturarbeit mit jungen Menschen gelingen kann.

logo_bkj_2014_zweizeiligGemeinsam mit Vertreter*innen der Projekte des Förderprogramms „Innovationsfonds Kulturelle Bildung (2014–2016)“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), mit Künstler/innen aus dem internationalen Kunstprojekt „Un-Label“ und mit einer Expertin für inklusive Öffentlichkeitsarbeit des SOZIALHELDEN e. V. wurde im Essener Hotel Franz ausgelotet, wie die kulturelle Bildungspraxis inklusiver werden und Kulturelle Bildung einen Beitrag zur Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft leisten kann.

Es zeigte sich: Der Öffnungsprozess hin zu einer inklusiven Orientierung der Praxis kultureller Kinder- und Jugendbildung beginnt bei der Überprüfung der eigenen Haltung. Denn Inklusion ernst nehmen, heißt vor allem, sich selbst zu verändern. Die Veränderung der persönlichen Haltung ist aber nur ein erster Schritt. Um Inklusion nachhaltig in der Praxis zu verankern, gilt es, auch auf der Ebene der Einrichtungen der Jugend- und Kulturarbeit anzusetzen. Das große Interesse der Tagungsteilnehmer*innen am Thema „Inklusive Organisationsentwicklung“ zeigt, dass gerade hier ein großer Bedarf an Erfahrungsaustausch besteht.

„Die Erfahrungen zeigen, dass gerade die Beschäftigung mit kulturellen Ausdrucksformen und künstlerischen Prozessen, mit Musik und Rhythmik, Theater und Tanz, Spiel und Zirkus sich gut eignen, um verschiedene Kinder und Jugendliche anzusprechen, Zugänge zu schaffen und Inklusion in der Praxis zu leben. Aus diesen Potenzialen erwächst die Verantwortung, zur Veränderung der Gesellschaft beizutragen. Diese Verantwortung zeigt sich jedoch nicht daran, wie perfekt wir bestimmte Situationen beherrschen, sondern wie wir mit Fehlern und Rückschlägen umgehen. Haben Sie Mut, aktiv zu werden, erste Schritte zu gehen und entwickeln Sie eine fehlerfreundliche Haltung!“, appellierte Matthias Pannes, stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, an die Fachkräfte, die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Essen gekommen waren.

In den Workshops und Diskussionen betonten die Vertreter*innen der Innovationsfonds-geförderten Projekte, die seit zwei Jahren Wege zu mehr Inklusion erproben, dass es keinen Königsweg zur Inklusion gibt. Es geht vielmehr darum, forschend herauszufinden, wie jeder Mensch auf Grundlage persönlich entwickelter und individuell angepasster Methoden über sich hinaus wachsen könne.

Mit seiner Jugendstrategie 2015–2018 will das BMFSFJ Jugendliche in ihrer Persönlichkeit, ihren Rechten und Mitgestaltungsmöglichkeiten stärken – unabhängig davon, welche äußeren Bedingungen und persönlichen Fähigkeiten ihr Leben prägen. Deshalb ist das Praxisfeld der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit seinen vielfältigen und stärkenorientierten Arbeitsansätzen und Konzepten ein wichtiger Motor und Partner der Bundesjugendpolitik auf dem Weg zu einer inklusiven Jugendhilfe.

Damit auch alle, die in Essen nicht dabei sein konnten, an den Impulsen und Erfahrungen des Fachtags und der Projekte des „Innovationsfonds Kulturelle Bildung (2014–2016)“ teilhaben können, sind eine Video-Dokumentation der Tagung und eine praxisorientierte Arbeitshilfe geplant.

Der Fachtag wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der Aktion Mensch gefördert.

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