Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums bieten die KuPoGe und die Altonaer MOTTE am 2. Tag der Jubiläumsfeierlichkeiten ein kulturpolitisches Tagungsprogramm.

Programm 2. Juli

9.30 Uhr Einlass in der MOTTE, Eulenstraße 43, 22765 Hamburg

10 Uhr Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

10.15 Uhr 40 Jahre sind (nicht) genug? Herausforderungen für die Kulturpolitik und die KuPoGe mit Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der KuPoGe, Prof. Dr. Birgit Mandel, Vize-Präsidentin der KuPoGe, und Tobias J. Knoblich, Vize-Präsident der KuPoGe

10.45 Uhr Übergang zu den Workshopräumen

11 bis 13 Uhr  Workshops

  1. Welt retten für `n Appel und `n Ei?
    Wundermittel Soziokultur? Wenn es danach geht, was Politik und Förderer über die Soziokultur und ihre Rolle bei der Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sagen, dann scheint es, als ob die Soziokultur die Integrationsaufgaben, vor denen die Gesellschaft steht, locker bewältigt und sie die Kluft, die sich zwischen den Teilen der Gesellschaft weiter verstärkt, mühelos überbrückt. Und die Soziokultur selbst zeigt an beeindruckenden Beispielen, wie sie auf gesellschaftliche Zusammenhänge wirken und Teilhabe verwirklichen kann. Der Soziokultur wird viel zugetraut, aber auch viel zugemutet. Die Grenze zur Selbstausbeutung ist fast überall längst überschritten, die Lage vielerorts dramatisch. Welche Zukunft hat die Soziokultur in diesem Wechselspiel?
    Impulsgeber*innen:
    Sonja Engler, Geschäftsführerin Hamburger Zinnschmelze, Preisträger Hamburger Stadtteilkulturpreis 2016 mit dem Projekt „Welcome Music Session“
    Tobias J. Knoblich, Kulturdirektor Stadt Erfurt und Vize-Präsident der KuPoGe
    Johanna Dyckerhoff, Kulturkaviar für alle
    Hella Schwemer, Direktorin Hamburger Öffentliche Bücherhallen (angefragt)
    Moderation: Corinne Eichner, Geschäftsführerin Stadtkultur Hamburg
  2. Kulturförderung zwischen Wunschkonzert und Kostenbilanz – was ist die Rolle der Wirtschaft? (in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg)
    Im Dreieck Staat – Wirtschaft – Zivilgesellschaft verändern sich seit einigen Jahren die Gewichtungen zusehends weg von einem alles leistenden Staat hin zu einer stärker werdenden und zunehmend selbstbewussten Zivilgesellschaft sowie zu einer global aktiven Wirtschaft, die ihrerseits wachsenden Erwartungen an ein nachhaltiges Handeln ausgesetzt ist. Das hat Auswirkungen auch auf die unternehmerische Verantwortung in der Gesellschaft, und damit auch auf die privatwirtschaftliche Kulturförderung. Wie (re)agiert die Wirtschaft in Zeiten wachsender Unsicherheit? Inwiefern sind unternehmerische Ziele und solche des Gemeinwohls in Einklang zu bringen? Was bedeutet das für das Verhältnis zum Staat? Und zur Zivilgesellschaft? Und was heißt das für die Kulturakteure und ihren künstlerischen Freiraum, wenn Förderung nur noch projektgebunden erfolgt, unsicher ist und vor allem der Erfüllung heteronomer Interessen dienen soll? Was zeichnet gute Kooperation aus und was sind Kriterien langfristiger Partnerschaften?
    Impulsgeber*innen:
    Elisabeth Hakel, Mitglied des Nationalrats Österreichs, Kunst- und Kulturpolitische Sprecherin der SPÖ, Bereichssprecherin Creative Industries, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitiker Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik
    Nina Kuhn, Literaturkontor Hamburg
    Dr. Hagen Lippe-Weißenfeld, Kaufmännischer Direktor und Vorstand der Kunstsammlung NRW, Mitglied des Vorstands der KuPoGE
    Kirsten Wagner, Geschäftsführerin der Nordmetall-Stiftung
    Moderation: Prof. Dr. Gesa Birnkraut, geschäftsführende Gesellschafterin Birnkraut und Partner GbR
  3. Generation Y, YouTube und Yoga – Kulturpolitik diesseits von jung und digital
    Wie können neue Zielgruppen, Formate und Themen in die Kulturpolitik inkorporiert werden, um die Kulturpolitik des 21. Jahrhunderts zu gestalten?
    Große Teile des Kunst- und Kulturbetriebs haben längst auf aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft reagiert: Sie öffnen sich der Generation Y, sie beziehen die digitalen Medien mit ein und sie greifen soziokulturelle Trends von Yoga bis Vegan auf. Die heutige Kulturpolitik wirkt dagegen manchmal ebenso verkrustet und überaltert wie die, gegen die sich 1976 die damals Neue Kulturpolitik formierte. Dabei hat die KuPoGe in eigenen Reihen das Potential, auf den Grundfesten ihrer hochqualitativen Tradition eine attraktive und gut vernetzte Plattform für kulturpolitisch Engagierte auf die Beine zu stellen: Wie passen ein neuer Hilmar Hoffmann und das Zentrum für Politische Schönheit zusammen, wie lange Fließtexte und user-generated Content in Social Media?
    Impulsgeberinnen:
    Katharina Beck, Strategieberaterin für Nachhaltigkeit
    Jeanne Charlotte Vogt, Curator / NODE Forum Festival Director
    Moderation: Martin Wimmer, Leiter des Amts des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a.M.
  4. Kulturelle Bildung – Teil der Aufgabe oder Einschränkung künstlerischer Spielräume? (in Kooperation mit der Stiftung Mercator)
    Öffentlich geförderte Kultureinrichtungen haben den Auftrag, für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen da zu sein. Daraus ergibt sich die Aufgabe, eine möglichst breite kulturelle Teilhabe zu erreichen. Zur Zielgruppe gehören folglich auch Kinder und Jugendliche, und zwar nicht nur als Publikum von morgen, sondern auch schon von heute. Damit rückt das Thema Kulturelle Bildung und die Kooperation mit Schule in den Fokus der Aufmerksamkeit. Einige Kultureinrichtungen haben dies seit Jahren schon für sich als Aufgabe erkannt und in ihr Selbstverständnis aufgenommen. Andere scheinen diese Aufgabe entweder eher widerwillig anzunehmen und bestenfalls als Instrument zum „Audience Development“ zu verstehen. Oder sie lehnen die Aufgabe als von außen auferlegte Verpflichtung schlicht ab, da sie der künstlerischen Autonomie und „eigentlichen“ Bestimmung der Institution zuwider läuft.
    Zu fragen ist daher, in welchem Verhältnis Anspruch und Wirklichkeit der kulturellen Bildung in Kultureinrichtungen stehen. Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden, wenn Kultureinrichtungen Kulturelle Bildung betreiben und mit Schulen kooperieren? Und welche Interessen und welche Ressourcen stehen zur Disposition, wenn es darum geht, eine breitere kulturelle Teilhabe durch Kulturelle Bildung zu erreichen?
    Impulsgeber*innen:
    Prof. Dr. Birgit Mandel, Universität Hildesheim, Vize-Präsidentin der KuPoGe
    Barbara Meyer, Geschäftsführerin Internationales JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27, Berlin
    Ivana Scharf, Geschäftsleiterin | Bereichsleiterin Kultur und Bildung, forum k&b gmbh
    Dr. Norbert Sievers, Hauptgeschäftsführer der KuPoGe
    Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats
    Moderation: Dr. Margrit Lichtschlag, geschäftsführendes Vorstandsmitglied RAT FÜR KULTURELLE BILDUNG e.V., Essen (angefragt)

13 Uhr Mittagsimbiss

14 bis 17 Uhr #MachtKulturPolitik – Open Space
Wir wollen lernen! Ohne vorgegebenes Programm bietet die Tagung Raum für Diskussionen zu Fragen, die Akteur*innen der lokalen Szene und kulturpolitisch Interessierten Hamburgs unter den Nägeln brennen. Das Konferenzformat des Open Space eröffnet den Raum, wichtige aktuelle Themen in die KuPoGe hineinzutragen, Ansprüche zu formulieren und das lokale wie bundesweite Netzwerk zu nutzen.
Das Format setzt auf Mitmachen – und die Verantwortung der Teilnehmer*innen als Expert*innen in eigener Sache. Das Erfahrungs- und Wissenspotential aller TeilnehmerInnen wird ernst genommen und in den weiteren Transformationsprozess eingebracht. So entstehen neue Impulse für die Arbeit der KuPoGe, um Kulturpolitik über 2016 hinaus weiterzudenken.
Gestaltung und Moderation:
Dr. Annette Jagla, Organisationsberaterin Hamburg
Projektgruppe Institut für Kultur- und Medienmanagement, Hamburg: Anne Herwanger, Jennifer Schmidt, Katharina Stein, Paul St. Paul

Das weitere Programm auf: www.kupoge.de/40-jahre/programm.html

Es wird um Anmeldung gebeten über: www.kupoge.de/40-jahre/anmeldung.html