Die Kulturstiftung des Bundes (KSB) möchte mit einem neuen Programm mit dem Arbeitstitel „Agenten für die neue Stadtgesellschaft“ Kultureinrichtungen dabei unterstützen, Zuwanderung als einen gesellschaftlichen Normalfall zu begreifen und dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen.

Immer stärker betreffen die Themen Migration und demografischer Wandel auch die Kultureinrichtungen in ganz Deutschland. Großenteils entspringt das Engagement für kulturelle Vielfalt und interkulturelle Verständigung in den Häusern ihrem Selbstverständnis als Institutionen einer offenen Gesellschaft. Das spiegelt sich nicht nur im Engagement für Neuankommende und bereits hier lebende Menschen mit Migrationsgeschichte wider, sondern macht sich auch in künstlerischen Projekten oder in Personalentscheidungen bemerkbar.

Die Kulturstiftung des Bundes möchte mit ihrem Programm „Agenten für die neue Stadtgesellschaft“ diese Entwicklung unterstützen und künftig auch da verankern, wo diese Prozesse noch ganz am Anfang stehen. Im Kern geht es darum, dass sogenannte „Agenten“ Wege und Formen aufzeigen, wie kulturelle Institutionen das Thema Zuwanderung wirksam in ihren eigenen Häusern umsetzen können. Im Zuge dessen sollen die Institutionen mit ihrem Agenten/ihrer Agentin über einen Zeitraum von vier Jahren Vorschläge und Maßnahmen erarbeiten, wie sie ihren Beitrag zu einer selbstbewussten, Einwanderer/innen gegenüber offenen Gesellschaft so gestalten können, dass das gesamte urbane Umfeld – die Stadtgesellschaft – davon profitiert. Agent*innen sollen sich bestens in einer Kunstsparte auskennen, deutsch- und fremdsprachige Kompetenzen besitzen und institutionelle Erfahrung darin mitbringen, wie etablierte Kultureinrichtungen mit migrantischen Akteuren – Vertretern von Gemeinden, Musikgruppen, Kulturvereinen etc. – zusammenwirken können.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das bundesweite Modellvorhaben mit insgesamt 21 Millionen Euro.

Es soll insgesamt bis zum Jahr 2024 laufen. Es beginnt zunächst mit voraussichtlich 46 Einrichtungen und wird Kulturinstitutionen aus den Bereichen Bildender Kunst, Musik, Darstellender Kunst und Literatur einbeziehen. Jede teilnehmende Kulturinstitution erhält Projektgelder in Höhe von bis zu 100.000 Euro, um gemeinsam mit Communitys der Stadt Formate zu entwickeln und zu erproben, die von den jeweiligen Häusern mit mindestens 50.000 Euro kofinanziert werden müssen. Die einzelnen Projekte sind auf vier Jahre angelegt.

Ausschreibungen in den Jahren 2017 und 2018

Die Kultureinrichtungen bewerben sich mit einem Konzept zu den Aufgaben des Agenten und den Zielen der Institutionen. Die Auswahl trifft der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf der Grundlage von Empfehlungen durch eine unabhängige Jury, deren Mitglieder einen vertieften Einblick in migrantische Szenen vorweisen können. Die Ausschreibung wird in zwei Runden in den Jahren 2017 und 2018 erfolgen.

Eine Akademie begleitet die Agent*innen im Rahmen des Programms während der gesamten Laufzeit. In zweimal jährlich stattfindenden Akademieveranstaltungen werden den Agent*innen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterqualifikation geboten. Insbesondere soll sie durch Dokumentation und Auswertung die Transferierbarkeit der als Modelle verstandenen Projekte überprüfen und möglichst auch gewährleisten.

Mehr: www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/projekte/nachhaltigkeit_und_zukunft/agenten_stadtgesellschaft.html

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