Die Vorstände von STADTKULTUR HAMBURG e.V. und Clubkombinat Hamburg e.V. haben die gegenseitige Mitgliedschaft der Verbände beschlossen. Erklärtes Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Institutionen zu intensivieren. Die Mitglieder beider Vereine – Musikclubs, soziokulturelle Zentren und Veranstalter – bilden einen festen Bestandteil der Kulturlandschaft Hamburgs und weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf:

Viele der veranstaltenden Kulturakteure agieren ehrenamtlich oder mit einem geringen Kostendeckungsgrad, arbeiten vielerorts am Rand ihres Leistungsvermögens und sind unterbezahlt. Die Mitglieder beider Verbände verbindet das Angebot von musikalischen und anderen Bühnenveranstaltungen. Viele betreiben damit aktive Künstlerentwicklung und Nachwuchsaufbau. Kleine Musikspielstätten und Bühnen stehen dabei unter zunehmendem finanziellen Druck, denn Veranstaltungen und Festivals unterliegen immer professionelleren Ansprüchen und komplexeren behördlichen Anforderungen. Damit sind die Orte der Entwicklung von Kunst und Kultur sowie von Nachwuchsmusiker*innen und Nachwuchsveranstalter*innen, die von ihren Aktivitäten leben können, in Gefahr.

Manche Einrichtungen und Initiativen drohen wegzubrechen. Nur durch ihre Arbeit und ihr ungebrochenes Engagement wurden und werden eine Vielzahl Musiker*innen und Darsteller*innen hervorgebracht, die auf den kleinen Bühnen beginnen und ihr Publikum im unmittelbaren Umfeld finden. Einige von ihnen sind längst international oder europaweit bekannt, während die bestehenden Freiräume stets mit Bedrohungen von Außen konfrontiert sind und nicht wachsen können.

Diesen Akteuren zu helfen und Unterstützung zu gewähren bzw. bestehende Hilfe auszuweiten, haben sich beide Verbände seit Gründung auf die Fahnen geschrieben und dieses Ziel gilt es, auch innerhalb der Kulturpolitik weiter zu befördern. Die veranstaltenden Kulturakteure sind Teil einer unverzichtbaren kulturellen Infrastruktur, die einen wichtigen kreativen Nährboden unserer Gesellschaft bildet. Hier bündeln sich kreative Potenziale, ohne die die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft nicht zu bewerkstelligen sind.

Gemeinsame Kernforderungen von Clubkombinat und Stadtkultur:

  • Im Kulturhaushalt müssen die Träger kultureller Basisarbeit gegenüber den Leuchtturmprojekten finanziell gestärkt werden. Die Rahmenzuweisung für Stadtteilkulturzentren und die Infrastrukturförderung für Musikclubs (Live Concert Account) müssen deshalb strukturell erhöht werden. Es gilt, in der öffentlichen Förderlandschaft weiter dahingehend Sensibilisierung zu betreiben, dass auch private Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Kulturlandschaft leisten.
  • Der Mehrbedarf von Stadtteilkultur und Musikclubs darf nicht durch Umschichtung im Kulturhaushalt gedeckt werden. Stattdessen muss der Kulturhaushalt entsprechend erhöht werden.
  • Förderprogrammen, die die kulturelle Grundversorgung von geflüchteten Menschen und deren Integration unterstützen, müssen neu aufgelegt bzw. ausgeweitet werden.

Auf Basis dieser Ziele werden Clubkombinat und Stadtkultur ihre Kräfte zukünftig bündeln und den kulturpolitischen Diskurs in Hamburg weiterhin aktiv mitgestalten.

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