Der altonale Kunstpreis 2016 geht an das Gemeinschaftsprojekt „Greener Pastures“ von Christina B., Fatemeh Hosseini Sattar, Ferial Akel Bou Hassoun, Ghosoun Alhussein, Heide Sanati, Summer Sormani mit HMJokinen, das im Schaufenster des Oxfam Fashionshops in der Bahrenfelder Str. 130 präsentiert wurde.


Während der altonale realisieren Künstler*innen aktuelle Arbeiten in den anliegenden Schaufenstern von Hamburg-Ottensen sowie Altona-Altstadt und bewerben sich damit um den altonale Kunstpreis. Dieser Preis wird von der Kulturbehörde Hamburg gestiftet und ist mit 2000 Euro dotiert. In diesem Jahr lautete das Thema FLUCHT. Es nahmen insgesamt 91 Künstler*innen in 76 Projekten/ Schaufenstern teil.

Die Arbeit „Greener Pastures“ besteht aus sechs schmalen Sockeln mit jeweils einem Porträt und der verdichteten Wiedergabe von Interviews mit sechs geflüchteten Frauen aus Nigeria, Syrien und dem Iran, die zu unterschiedlichen Zeiten in Hamburg gestrandet sind und sich an ihre Heimat erinnern. Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „(…) Wir sind daran gewöhnt worden mit den Wörtern Flüchtling, den dazu gehörigen Strömen und einer damit verbundenen Krise Bilder zu verbinden, die Abbildungen der Wirklichkeit sein sollen. Durch dieses Framing entsteht die Denkrichtung, aus der zu befreien so schwer ist. Das Projekt „Greener Pastures“ verändert die Blickrichtungen und den Rahmen des Denkens. Es dreht die Wahrnehmungen um und berührt den Schmerz, der damit verbunden ist, wenn man den Ort verlassen muss. Der Ort, den man verlassen hat, ist der Ort wo die „Weiden grüner“ sind oder zumindest waren und nicht etwa der Ort, an dem man gelandet ist, Hamburg. (…) Der Preis geht schließlich an die Arbeit, die uns den ganzen Raum gelassen hat, der Besetzung des Themas zu widerstehen und doch nichts anderes zu tun, als die ganze Dimension der Flucht lesbar und berührbar zu machen. (…) Ist diese Dokumentation von Lebensgeschichten Kunst oder handelt es sich nicht um eine poetische journalistische Arbeit? Der unsichtbar bleibende Raum zwischen dem Jetzt und dem Zurückgelassenen ist die eigentliche Gestaltung.“

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