Im Amt für Kultur- und Weiterbildung, Stadtarchiv, der Landeshauptstadt Kiel ist zum 1. November 2016 eine Planstelle

einer Projektmanagerin / eines Projektmanagers Erinnerungskultur

zu besetzen. Die unbefristete Planstelle ist mit der Entgeltgruppe 13 TVÖD ausgewiesen und ist teilbar unter der Voraussetzung der ganztägigen Besetzung.

Aufgaben:

Durch drei eng miteinander verknüpfte Entwicklungen kommt der Landeshauptstadt Kiel eine besondere Bedeutung in der deutschen Erinnerungskultur zu: als Marinestandort an der Ostsee, als Initialort der Novemberrevolution 1918 und als regionales Zentrum im Machtgefüge des Nationalsozialismus. Die Landeshauptstadt Kiel beabsichtigt, ihre Gedenk- und Erinnerungskultur zur Geschichte des Nationalsozialismus zu modernisieren. Die zeitzeugenbasierte Erinnerungsarbeit soll durch zeitgemäße Formen des kulturellen Gedächtnisses ergänzt und abgelöst werden. Dabei müssen Frauen und andere in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Geschichte und Erinnerungskultur unterrepräsentierte Gruppen Berücksichtigung finden. Neue Formen der Erinnerungskultur sollen in engem Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Initiativen und Netzwerken der Erinnerungskultur in Schleswig-Holstein erarbeitet werden. Für die Koordinierung und Weiterentwicklung dieser Ansätze wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine wissenschaftlich ausgewiesene, kommunikative und impulsgebende Person gesucht.

Die Stelle ist im Amt für Kultur- und Weiterbildung in der Abteilung Stadtarchiv angesiedelt. Das Stadtarchiv versteht sich als Informationsdienstleister für Wissenschaft und Stadtgeschichte. Gemeinsam mit dem Stadt- und Schifffahrtsmuseum verfolgt es das Ziel, die vielseitige Vergangenheit der Landeshauptstadt Kiel im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und zur Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte anzuregen. Im Projektmanagement Erinnerungskultur arbeiten Sie an dieser Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dazu nutzen Sie die beim Stadtarchiv vorhandene wissenschaftliche Infrastruktur (Datenbanken, Bibliothek, Aktenbestände, Fotoarchiv, Dokumentationen, siehe auch www.stadtarchiv-kiel.de ).

Zu den Aufgaben der Stelleninhaberin/des Stelleninhabers gehören:

  • Betreuung von Erinnerungsorten: Konzeption von Maßnahmen zur Verknüpfung und zur Steigerung der Sichtbarkeit von Erinnerungsorten in Kiel
  • Weiterentwicklung und Pflege bestehender städtischer Erinnerungsorte
  • Moderation und Betreuung einer „Kieler Werkstatt für Erinnerungskultur“ in Kooperation mit Zeithistorikerinnen und Zeithistorikern zur Einbindung von Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen der Geschichtsarbeit
  • Beteiligung an Maßnahmen der Erinnerungskultur im öffentlichen Raum: Stellungnahmen für Ehrungen oder Kunstprojekte, Texterstellung und Lektoratsaufgaben
  • Forschung: Identifizierung von Forschungsdesideraten und Anregung von Forschungsprojekten unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten
  • Dokumentation von Forschungsergebnissen in Verknüpfung mit bestehenden Nachweissystemen von Stadtarchiv und Stadtmuseum
  • Historische Bildungsarbeit: Entwicklung von zeitgemäßen und zielgruppengenauen Vermittlungsformaten für historische Bildungsarbeit
  • Akquise von Fördermitteln

Profil:

Voraussetzung für die Besetzung der Planstelle ist ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium der Geistes- und Sozialwissenschaften, vorzugsweise in den Bereichen Geschichte, Politikwissenschaft, Volkskunde, Europäische Ethnologie oder Museologie (Master, Diplom oder Magister Artium) oder vergleichbare Studiengänge. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt in der Geschichte des Nationalsozialismus oder im Bereich Erinnerungskultur ist nachzuweisen (z.B. durch Publikationen). Eine abgeschlossene Promotion ist wünschenswert. Erfahrungen im Projektmanagement zur Erinnerungskultur an wissenschaftlichen Einrichtungen, Gedenkstätten, Museen, Archiven oder Bibliotheken sind erforderlich. Erwartet werden Kenntnisse in der Standard-Software (Word, Excel und PowerPoint) sowie in archivischen Datenbanksystemen und in der Internetanwendung sowie Grundkenntnisse der Kieler Stadtgeschichte und Stadttopografie, bzw. die Bereitschaft, sich diese Kenntnisse kurzfristig anzueignen.

Erforderlich ist die Bereitschaft, bei Veranstaltungen ggf. auch nach 18 Uhr und am Wochenende zu arbeiten.

Die Stadt Kiel bietet:

  • Eine unbefristete Einstellung als Tarifbeschäftigte*r in Entgeltgruppe 13 TVöD
  • Eine Beschäftigung mit der vollen tariflichen Arbeitszeit, dies sind zurzeit 39 Stunden
  • Eine zusätzliche Altersvorsorge bei der VBL

Die Stadt Kiel bietet Ihnen umfassende Fortbildungsangebote, gute Entwicklungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Die flexible Arbeitszeit und ein krisensicherer Arbeitsplatz sind weitere gute Gründe für eine berufliche Zukunft in Kiel, der lebendigen Universitätsstadt an der Ostsee.

Telefonische Auskünfte erteilt Ihnen Herr Dr. Rosenplänter, Tel. 0431 / 901-3420.

Bewerbung:

Die Stadt Kiel möchte die berufliche Förderung von Frauen im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes verwirklichen. Bewerbungen von Frauen sind daher besonders erwünscht. Menschen mit Behinderungen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen werden bis zum 15. September 2016 unter Angabe des Aktenzeichens 2016-30.3-9691 erbeten an:

Landeshauptstadt Kiel
Personal- und Organisationsamt
Postfach 1152
24099 Kiel