Deutschland hat unter Federführung des Auswärtigen Amts den zweiten Staatenbericht zur UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen eingereicht. Der Bericht zeigt laut einer Meldung des Auswärtigen Amts die Bedeutung kultureller Vielfalt für nachhaltige Entwicklung und spiegele die vielfältigen Initiativen von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft seit 2012 zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland. Hannover, Heidelberg und Mannheim zum Beispiel sind seit 2014 UNESCO-Städte der Musik und der Literatur und nutzen diesen Titel auch für die langfristige Stadtentwicklung. Viele Bundesländer verbinden zudem mit ihren Landeskulturkonzeptionen Regionalentwicklung mit kultureller Bildung und Kulturtourismus.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, erklärte dazu: „Vor zehn Jahren hat die internationale Gemeinschaft mit der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt Kultureller Ausdrucksformen ein auch heute noch hochaktuelles Völkerrechtsinstrument verabschiedet. Deutschland gehörte zu den Mitinitiatoren dieser Konvention. Sie soll den politischen Gestaltungsraum für Vielfalt und Kulturpolitik unter den Bedingungen fortschreitender Handelsliberalisierung auch international zukunftsfest verankern. Der zweite deutsche Staatenbericht zu der Konvention zeigt sehr deutlich, dass die Konvention nicht nur die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland fördert. Sie befruchtet auch unsere Beiträge für kulturelle Ko-Produktionen mit Ländern des globalen Südens.“

Hintergrundinformationen: Die UNESCO-Generalkonferenz hat am 20. Oktober 2005 die „Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ verabschiedet. Diese garantiert das Recht auf eine eigenständige Kulturpolitik der Vertragsstaaten. Sie stärkt die Regierungsführung im Kunst- und Kultursektor und soll die globale Kulturkooperation auf eine gleichgewichtigere Basis stellen. Die Konvention trat am 18. März 2007 in Kraft. Deutschland hat die UNESCO-Konvention am 12. März 2007 ratifiziert. Alle vier Jahre informieren die Vertragsstaaten mit einem Staatenbericht über die Umsetzung der Konvention in ihren Ländern.

Mehr: www.kultur-bildet.de/unesco-konvention-ueber-den-schutz-und-die-foerderung-der-vielfalt-kultureller-ausdrucksformen