Kirchdorf-Süd, Hamburgs kleinste Großsiedlung im Südosten Wilhelmsburgs, wird 40. Dazu zeigt die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg eine Ausstellung, die am 3. November 2016 im Laurens-Janssen-Haus am Marktplatz in Kirchdorf-Süd eröffnet wird.


Sozialer Brennpunkt, Arme-Leute-Viertel, Ghetto, Vorstadt, Banlieu, Satellitenstadt, Glasscherbenviertel – solche Zuschreibungen ertragen die Bewohner mit Fassung. Aber was steckt hinter diesen Vorurteilen? Als Großwohnsiedlung Teil einer bestimmten Stadtplanungs- und Architekturepoche, ist Kirchdorf-Süd doch ein eigener, vielfältiger Stadtteil wie jeder andere Stadtteil. Im Mittelpunkt der Ausstellung sollen daher die Bewohner Kirchdorf-Süds und ihre vielfältigen Lebensäußerungen stehen.

Großsiedlungen waren in der Wohnungspolitik der 60er und 70er Jahre immer ein‚ notwendiges Übel, oft behaftet mit einem schlechten Ruf, selten Vorzeigeobjekte. Mit der neuen Wohnungsknappheit und der Flüchtlingssituation gewinnt das Thema Großsiedlung wieder an Aktualität. Kirchdorf-Süd gilt als die jüngste, aber auch am schnellsten sanierungsbedürftige Großsiedlung Hamburgs. Wir zeigen die Gründe dafür und die Geschichte der vielfältigen Nachbesserungsmaßnahmen. Die Verbundenheit der Bewohner mit ihrer Siedlung, die sich vom Ruf des Ghettos befreit hat, nimmt einen wichtigen Platz ein.