Am vergangenen Freitag verstarb Hamburgs Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.

Dazu erklärt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Am Freitagnachmittag ist Barbara Kisseler nach schwerer Krankheit gestorben. Unsere Kultursenatorin hat bis zum Schluss dafür gekämpft, sich schon bald wieder mit voller Kraft für diese Stadt und ihre Kultur einsetzen zu können. Auch ich habe gehofft, dass sie diesen Kampf gewinnen wird. Dass es nun anders gekommen ist, macht nicht nur mich persönlich, sondern uns alle im Senat sehr traurig. Wir sind in Gedanken bei ihrem Mann und ihrer Familie. Die Freie und Hansestadt Hamburg und mit ihr die ganze Bundesrepublik verlieren eine herausragende Anwältin der Kultur. Wer in den letzten Jahren in unserem Land kulturell aktiv gewesen ist, ist früher oder später auf Barbara Kisseler getroffen. Ob in Düsseldorf, Hannover oder Berlin, als Lehrende an den Hochschulen in Potsdam und Zürich, an der Spitze des Deutschen Bühnenvereins oder hier bei uns in Hamburg – Barbara Kisseler hat mit Leidenschaft und Esprit Spuren hinterlassen und Orientierungsmarken gesetzt, die nachwirken werden. Alle, die mit ihr zu tun hatten, werden ihren Intellekt, ihre Zugewandtheit und ihren Humor vermissen. Wie gerne hätten wir im nächsten Jahr gemeinsam erst die Elbphilharmonie und dann das Festival ‚Theater der Welt‘ eröffnet … Sie wird fehlen. Barbara Kisseler hat sich um unsere Stadt und unser Land verdient gemacht. Die Kulturstadt Hamburg trauert.“

Geboren am 8. September 1949 in Asperden, Kreis Kleve, arbeitete Kisseler nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Pädagogik an der Universität zu Köln zunächst beim Deutschlandfunk, dem WDR sowie der Carl-Duisberg-Gesellschaft. 1982 übernahm sie die Leitung des Kulturamtes der Stadt Hilden und 1986 die Leitung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf. Von 1993 bis 2003 leitete sie im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Abteilung Kultur, ehe sie von 2003 bis 2006 Staatssekretärin für Kultur bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin wurde. 2006 wurde Kisseler Chefin der Senatskanzlei des Landes Berlin. Seit Februar 2006 war sie Honorarprofessorin am Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam.

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