Der Landesrat für Stadtteilkultur lädt am 18. und 19. November 2016 zum 17. HAMBURGER RATSCHLAG STADTTEILKULTUR ins Bildungszentrum „Tor zur Welt“ (Krieterstr. 2d) in Hamburg-Wilhelmsburg.

Wie entwickelt sich das Selbstverständnis der Hamburgerinnen und Hamburger in Richtung einer pluralen Stadtgesellschaft, die für sich selbst den Wandel in eine heterogene Grundstruktur mit Einwanderung und Auswanderung akzeptiert – ungeachtet der Tatsache, ob sie dieser Transformation positiv oder negativ gegenüberstehen?

Stadtteilkultur bietet vielfältige Erfahrungs- und Gestaltungsräume für Aushandlungsprozesse mit StadtteilbewohnerInnen, Nachbar*innen oder Besucher*innen der kulturellen Angebote etc. Die Stadtteil- und Soziokultur ist in den 70er-Jahren unter dem Motto „Kultur für alle von allen!“ angetreten, weil gesellschaftliche Veränderungen eine Erweiterung des Kulturbegriffs erforderten. Heute steht die Gesellschaft erneut vor einem umfassenden Wandel, der durch Flucht und Migration geprägt ist.

Der diesjährige 17. RATSCHLAG STADTTEILKULTUR bringt Theorie und Praxis der Stadtteilkultur zu folgenden Schwerpunkten zusammen:

  • ÖFFNUNG: Neue Angebotsformate der Stadtteilkultur
  • ENGAGEMENT: BFD Welcome – der Freiwilligendienst für Geflüchtete und Engagierte
  • KOOPERATION: Praxis und Strategien zur programmatischen Weiterentwicklung
  • DISKURS: Geschichtsverständnis einer pluralen Stadtgesellschaft

Programm

FREITAG, 18. NOVEMBER 2016

17.45 Uhr AUFTAKT mit Musik

18.00 Uhr BEGRÜSSUNG
Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge, Amtsleiter Kulturbehörde Hamburg Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte

18.15 Uhr EINFÜHRUNG – Einstieg in den Themenkomplex: Transkulturelle Konzepte und Praxis in der Kultur Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie Kulturelle Bildung Wolfenbüttel

18-40 Uhr INTERVIEW – Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss und Prof. Dr. Gesa Birnkraut, Universität Osnabrück

19.00 Uhr PROJEKT: „Migrantpolitan – Ein Experimentierraum für die Gesellschaft der Kommenden“

19.15 Uhr TALK – Rolle und Funktion stadt(teil)orientierter Kultur in einer pluralen Stadtgesellschaft
Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge, Amtsleiter Kulturbehörde Hamburg
Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie Wolfenbüttel
Amelie Deuflhard, Kampnagel Internationale Kulturfabrik
Anja Paehlke, Körber Stiftung Corinne Eichner, Stadtkultur Hamburg
Moderation: Prof. Dr. Gesa Birnkraut, Universität Osnabrück

20.00 Uhr AUSKLANG Musik und Buffet

SAMSTAG, 19. NOVEMBER 2016

10.00 Uhr AUFTAKT

10.15 Uhr ARBEITSGRUPPEN
ÖFFNUNG: Angebotsformate der Stadtteilkultur
Flucht & Ankommen: Angebots- und Veranstaltungsformate der Stadtteilkultur
Referentin: Corinne Eichner, Geschäftsführerin Stadtkultur Hamburg
Die Stadteilkultur hat ihre Angebote (Veranstaltungen, Kulturprojekte, kulturelle Bildungsangebote etc.) in den letzten Jahren flexibel auf die Veränderungen im Sozialraum angepasst, die der verstärkte Zuzug von Geflüchteten mit sich brachte. Das Spektrum der Angebotsentwicklung in der Hamburger Stadtteilkultur ist beachtlich: In kürzester Zeit wurden bestehende Kurse, Veranstaltungen und Projekte für Geflüchtete geöffnet und neue Formate und Projekte konzipiert, erprobt und fest ins Programm aufgenommen. Zentral bei der Angebotsentwicklung war und ist die Orientierung an den Bedürfnissen der Stadtteilbewohner/innen – den neuen und neu hinzugezogenen. Dabei stehen die Begegnung, der Austausch, die gegenseitige Unterstützung und die gemein-same kreative und künstlerische Praxis im Mittelpunkt. Corinne Eichner stellt Beispiele aus der stadtteilkulturellen Praxis vor und erläutert ihre Qualitäten und Effekte. Welche Angebotsformate sind in welchen Programmbereichen entstanden? Welche Perspektiven ergeben sich aus den aktuellen Entwicklungen für die Stadtteilkultur?

ENGAGEMENT: BFD Welcome – Freiwilligendienst für Geflüchtete und Engagierte
Welcome in der Stadtteilkultur – Neue Impulse aus Syrien und anderen Ländern
ReferentInnen: Tanja Heuer, BFD Welcome, Stadtkultur Hamburg
Mohamad Lahham, Bundesfreiwilliger BFD Welcome
Kristin Brüggemann, Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung, Stadtkultur Hamburg
Viele der Menschen, die schutzbedürftig zu uns kommen, Asylbewerber/-innen, subsi-diär Schutzbedürftige und so genannte geduldete Flüchtlinge, sind von gesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeschlossen. Sie bringen Kompetenzen mit und Potenziale, neue Sichtweisen und Perspektiven, die unsere Gesellschaft und unsere Kultur stärken und bereichern können. Freiwilligen mit Fluchtbiografie eröffnet der Bundesfreiwilligendienst im BFD Welcome die Möglichkeit, dass sie sich trotz ungesicherter Aufenthaltsperspektive aktiv in die Hamburger Kultur und Bildung einbringen können. In der Arbeitsgruppe werden der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung im Allgemeinen und der BFD Welcome im Besonderen vorgestellt, Chancen und Herausforderungen für die Einsatzstellen diskutiert sowie Aspekte der interkulturellen Öffnung von Kultureinrichtungen.

KOOPERATION: Neue Kooperationen – neue Chancen?
Kooperation als Strategie zur programmatischen Weiterentwicklung der Stadtteilkultur
ReferentInnen: Ortrud Schwirz, KIKU – Kinderkulturhaus des Kulturzentrums LOLA
Stephan Kaiser, Kulturhaus Süderelbe
Stadteilkultur entwickelte im letzten Jahr aufgrund der Veränderungen im Sozialraum neue Formen der Kooperation. Einrichtungen aus Harburg und Bergedorf präsentieren beispielhaft Entwicklungen aus ihrer Praxis im Kontext von Flucht und Ankommen. In der Arbeitsgruppe werden Fragen diskutiert wie: Welche Erfahrungen haben wir im letzten Jahr gesammelt? Warum hielten wir unsere Angebote für passend? Welche neuen Kooperationen taten und tun sich auf? Welche Angebote der Stadtteilkultur könnten übertragbar sein und von anderen Häusern übernommen werden? Wie könnte der Transfer gestaltet werden?

DISKURS: Geschichtsverständnis einer pluralen Stadtgesellschaft Die Dinge und die Migration
Referentinnen: Dr. Sophia Prinz, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Dr. Kathrin Langenohl, Kulturagentin, und Dorothea Koch, Künstlerin
In einer pluralen Stadtgesellschaft stellt sich die Frage, wie der Geschichtsbegriff auch Diversität und Mobilität umfassen kann – und welche forschenden und gestaltenden Strategien und Methoden diesem neuen Geschichtsverständnis eine Gestalt geben. In dieser Arbeitsgruppe werden zwei Projekte vorgestellt, die sich auf sehr unterschied-lichen Wegen den Dingen nähern: Beim Forschungsvorhaben „Mobile Welten“ ist es die Bewegung von Objekten, Menschen und Ideen sowie die damit einhergehende Vermi-schung von Kulturen im Einwanderungsland Deutschland. Das Projekt „Das Mehr der Dinge“ macht Gegenstände, die einst nur eine Sache unter vielen waren, einzigartig, löst sie aus dem Meer der Dinge heraus und enthebt sie ihrer Gebrauchsfunktion. Dinge werden zu Objekten der Reflexion und entfalten ihr Mehr.

13:30 Uhr SCHLUSSAKKORD

Anmeldung (bitte gewünschte Arbeitsgruppe angeben) :
Kulturbehörde
K 23 – Kulturprojekte
Werner Frömming
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
040 / 428 24-221
werner.froemming@kb.hamburg.de

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