Der Deutsche Bundestag diskutierte am 16. Oktober über die „Digitale Agenda 2014-2017“, die die Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegt hat (18/2390). Ziel der Agenda ist es, mittels eines effizienten Technologiemixes bis 2018 eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu schaffen. Ebenfalls beraten wurde ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die fordern, den „digitalen Wandel politisch zu gestalten“ und die „Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft umzusetzen“ (18/2880).

Die Bundesregierung schreibt in der „Digitalen Agenda 2014-2017“, dass sie Deutschland zu einem „digitalen Kulturland“ entwickeln wolle. Beschworen wird das Internet als eine „nahezu unerschöpfliche Quelle“ für Kultur- und Medienschaffende, die neue Nutzungsmöglichkeiten, Geschäftsmodelle und Verbreitungswege eröffnen soll. An anderer Stelle ist die Rede vom digitalen Wandel in der Kreativ- und Medienwirtschaft, der große Chancen für neue Kundengruppen eröffnen soll. Stehen dem Kulturbereich also rosige Zeiten bevor? Oder wird mittels Beschwörungsformeln versucht, eine positive Stimmung zu erzeugen?

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Das größte Manko der „Digitalen Agenda 2014-2017″ ist die Selbstgewissheit mit der die Umbrüche, die durch die Digitalisierung entstehen, beschrieben werden. Die Digitalisierung ist eine Chance für alle, was für ein Unsinn. Die Verluste – auch an Arbeitsplätzen – durch die Digitalisierung dürfen nicht durch Fortschrittsversprechen einfach weggewischt werden. Wenn also über neue Vertriebswege und Erlösmöglichkeiten der Kultur- und Medienwirtschaft gesprochen wird, sollten die Bestehenden in den Blick genommen, auf ihre Tauglichkeit und vor allem ihre wirtschaftliches Bedeutung betrachtet werden. Neue Vertriebs- und Erlösmodelle müssen die alten zumindest ersetzen, wenn nicht mit Blick auf eine wirtschaftliche Expansion übertreffen können.“

Tagged with →