Nach der Abgabe der UNESCO-Welterbe-Nominierung im Februar 2014 folgte mit der Evaluierung der Hamburger Stätte jetzt ein weiterer wichtiger Schritt im Bewerbungsverfahren. Der estnische Gutachter des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS), Prof. Mart Kalm, besichtigte im Auftrag der UNESCO die Speicherstadt und das Kontorhausviertel und befragte vor Ort zahlreiche Hamburger Behördenvertreter sowie die Gebäudeeigentümer.

Insgesamt vier Tage, vom 24. bis zum 27. September 2014, war der estnische ICOMOS-Gutachter Prof. Mart Kalm in Hamburg zur Evaluierung der nominierten Welterbestätte. Untergebracht im neuen Hotel Speicherstadt in Block O, konnte er ununterbrochen vor Ort sein und sich ein umfassendes Urteil bilden. Auf dem Programm standen neben Kurzvorträgen, umfassenden Besichtigungen der Speicherstadt mit den drei Bauabschnitten und des Kontorhausviertels mit Schwerpunkt auf Chilehaus, Meßberg-, Sprinken-, und Mohlenhof auch Führungen durch die HafenCity und die Elbphilharmonie.

Mart Kalm, Professor für Architekturgeschichte an der Kunstakademie Tallinn und Experte für Industriemoderne, traf mit Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler, Denkmalschutzamtsleiter Andreas Kellner, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, einer Repräsentantin des Auswärtigen Amtes Berlin, den wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren des Nominierungs-Dossiers, Vertretern der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), der Kontorhaus-Eigentümerschaft, des Bezirks und der HafenCity GmbH zusammen. Die Gespräche und Ortsbegehungen erfolgten in angenehm konstruktiver Arbeitsatmosphäre. Gut informiert und hoch interessiert stellte Prof. Kalm gezielte Detailfragen zum 300seitigen Antrag, zum 96seitigen Managementplan und zum 120seitigen Speicherstadt Hamburg Entwicklungskonzept.

Die Entscheidung über die Aufnahme von „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die UNESCO Welterbeliste ist damit noch nicht vorweggenommen. Prof. Kalm wird der Pariser Zentrale von ICOMOS International die Eindrücke seines Hamburg-Besuchs übermitteln. Hamburg muss zudem weitere Fragen bis zum 27.10.14 schriftlich beantworten. Ein Gremium von ICOMOS International wird auf der Grundlage der Antragsunterlagen und aller zusammengetragenen Informationen ein Gutachten für die UNESCO erstellen. Die letztgültige Entscheidung wird Ende Juni 2015 durch das UNESCO-Welterbekomitee gefällt und auf dessen 39. Sitzung in Bonn bekanntgegeben.

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