In Klein Leppin „modernisieren“ Dorfbewohner zusammen mit Musik- und Theaterprofis Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ und  präsentieren die Operette openair. Das Kulturzentrum Tuchfabrik in Trier schreibt eine Jazzoper über „Blue Sheets“. In Leipzig erkunden Bürger ihren Stadtteil musikalisch und bringen ihn zum Klingen. Am Berliner Landwehrkanal verweben sich Motive aus Joseph Conrads Novelle „Herz der Finsternis“ mit realen Flüchtlingsschicksalen, in Hildesheim wird das Thema „Zeit“ in „Welt:Zeit“ und in „Echt:Zeit“ bearbeitet.

Auch diesmal kann der Fonds Soziokultur wieder herausragende kreative Projekte fördern. Dr. Norbert Sievers, Geschäftsführer des Fonds Soziokultur: „Die Themenbreite der eingereichten Projekte zeigt einmal mehr die Vielfalt des soziokulturellen Engagements. Die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Trends und Problemen ist dabei selbstverständlich.“

Zum Beispiel: Straße trifft Theater. Auf einem theatralen Straßenparcours durch die Kölner Südstadt werden (fiktive) Biographien von Obdachlosen als Teil des Festivals Sommerblut aufgeführt. „Alice im Schattenland“ ist dabei nebenher auch mit der Welt der Hausbewohner befasst. Die Treberhilfe Dresden fragt nach den Träumen von Menschen mit einem „Lebensmittelpunkt auf der Straße“ und wird dieProtagonistInnen dazu in Schwarz-Weiß porträtieren. Und was, wenn irgendwann die Villen in der Stadt knapp werden? Spiegelt das den ganzen urbanen Reichtum der Stadtbewohner? Das ProjektRAPsperiment sagt Nein. Reichtum ist etwas Anderes / Menschen aus aller Herren Länder / An einem Ort / Experimentierraum / Migrationshintergrund / Hybrides Leben jenseits homogenisierter Glasfassaden / Kulturlandschaft schaffen. Jugendliche und KünstlerInnen werden in Düsseldorf neben eigenen Rapsongseine raumgreifende Video-Installation zum Thema erarbeiten und im Kulturzentrum zakk live aufführen.

Insgesamt fördert der Fonds Soziokultur im ersten Halbjahr 2015 55 Kulturprojekte mit 460.000 Euro – die Einzelförderung beträgt bis zu 25.000 Euro. Zu seiner Sitzung am 12./13. Januar 2015 lagen dem Kuratorium 382 Anträge mit einer Antragssumme von insgesamt 4,8 Millionen Euro zur Prüfung vor.

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