Hamburg feierte an diesem Donnerstag im Gruenspan seine Clubszene und zelebrierte die Erfolge des vergangenen Jahres beim  Club Award 2015. Unter anderem wurden fünf Jury-Preise vergeben, mit denen das zehnköpfige Fachgremium die Bedeutung der Clubszene für Hamburg unterstrich.

Der Preis für den besten Live-Club des Jahres ging an das Uebel & Gefährlich. Das genreübergreifende Booking erzeugte 2014 ein Jahresprogramm mit über 225 Konzerten, das neben Newcomern auch große Acts wie The War on Drugs, Spoon und Tiger Lillies präsentierte  und so die Jury überzeugte.

Als bester Newcomerförderer des Jahres 2014 wurde die Astra Stube gekürt. Dieser Club steht im besonderen Maße für die Förderung regionaler, zumeist noch unbekannter Künstler. Der Standort an der Sternbrücke wird wegen Umbaumaßnahmen der Deutschen Bahn nicht mehr lange bestehen können, umso mehr wird das Engagement der Betreiber von der Jury gewürdigt, das sich 2014 in über 200 Veranstaltungen äußerte.

Der Preis für das Konzert des Jahres ging an das Knust und sein Open Air Festival „Karoherz” auf dem „Lattenplatz“, das am 18. Mai 2014 stattfand. Getreu dem Motto wurde eine Menge Herzblut in die Premiere dieser Veranstaltung investiert. Der Preis soll motivieren, an diesem Format trotz der Anfangsverluste festzuhalten.

Ausgezeichnet wurde auch das Engagement von Alban Qoku, dem Betreiber des Rock Café St. Pauli, das den Award als bester neuer Club erhielt. Am neuen Standort in der Silbersackstraße werden seit der Eröffnung 2013 keine Kosten und Mühen gescheut, eine Vision von Live-Musik umzusetzen, die ehrlicher Rockmusik in all ihren Facetten in Hamburg eine Heimat bietet.

Geehrt mit der Trophäe für den besten Fremdveranstalter wurde das Kollektiv Hoch10. Das Wirken des Teams um Gerald Steyr für die Hamburger Bassschule ist sehr hoch einzustufen. Das Booking von renommierten internationalen DJs, aber auch die Integration von regionalen Neuentdeckungen suchen in der Clubszene ihresgleichen.

Die Preisträger erhalten neben der Trophäe ein Preisgeld in Höhe von bis zu 3.000 Euro – maßgeblich finanziert von der Hamburger Kulturbehörde, die den Club Award auch in diesem Jahr  unterstützt hat.

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Ich gratuliere den prämierten Clubs und darüber hinaus all jenen, die zwar beim diesjährigen Club Award leer ausgegangen sind, aber durch ihre Arbeit die Musikstadt Hamburg ebenfalls mit guter Livemusik und Veranstaltungen bereichern. Der Club Award ist ein Spiegelbild für die Lebendigkeit der Hamburger Clubszene insgesamt.“

Der in eigener Verantwortung vergebene Ehrenpreis des Vorstands, ging an Gerd Bertram, langjährig aktiver Dienstleister in der Hamburger Clubszene. Als Inhaber des Printmedienverteilers von Cartel X wurde er für seinen leidenschaftlichen, clubverbindenden und zuverlässigen Einsatz für die Musikkulturlandschaft ausgezeichnet.

Der Publikumspreis wurde mittels eines Online Votings ermittelt, das erneut eine Rekordbeteiligung verzeichnete. Am Ende setzte sich das Freundlich + Kompetent durch, gefolgt vom Rock Café St. Pauli sowie dem Moloch in der HafenCity und dem Baalsaal – letztere mit der gleichen Anzahl abgegebener Stimmen.

Die Veranstaltung wurde von René Meusel moderiert. Für das musikalische Programm sorgten die Hamburger Reggae-Band I-Fire und ein DJ-Set von DJ Suro.

Der Fachjury gehörten in diesem Jahr an: Michaela Schirrmann (Mopo), Diak Haring (Hamburg Konzerte), Jannes Vahl (clubkinder e.V.), Dirk Wilberg (Vorstand VUT), Hannes Erdmann (917xfm), Christian Wiesmann (FKP Scorpio), Jessy Martens (Sängerin), DJ Suro (Superbad), Katharina Knoll (Karsten Jahnke) und Silke Zenker (dksn).

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