Die Genossenschaft fux eG hat die ehemalige Viktoria-Kaserne in Altona von der Stadt gekauft. Damit bleibt dieser Ort langfristig für Atelier- und Arbeitsräume für Kulturschaffende erhalten. Bis voraussichtlich 2020 soll das Gebäude denkmalgerecht saniert werden, im Zuge der Baumaßnahmen werden noch mehr Atelierflächen entstehen. Der Senat hatte beschlossen, sich mit 400.000 Euro an der notwendigen Sanierung zu beteiligen.

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Mit dem Verkauf an die fux eG ist es gelungen, die ehemalige Viktoria-Kaserne dauerhaft als einen Ort für Kultur, Stadtteil- und Bildungsarbeit und kleine Gewerbetreibende zu sichern. Die geplante Sanierung kann nun erfolgen und in demhistorischen Kasernengelände weitere Flächen für Kreative entstehen. “

Nachdem die ehemalige Viktoria-Kaserne in Altona-Nord der Künstlergruppe Frappant e.V. zunächst als Zwischennutzung im Zuge der Ansiedlung von IKEA in der Großen Bergstraße angeboten wurde, hat sich das Gebäude in den vergangenen Jahren erfolgreich zu einem Kulturort mit bezahlbaren Gewerbe- und Atelierflächen sowie Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen entwickelt. Die fux eG hat sich mit dem Ziel gegründet, die ehemalige Viktoria-Kaserne dauerhaft als einen gemeinschaftlich betriebenen Produktionsort für Kunst und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen zu erhalten. Dafür haben sich im Jahr 2013 die Mitglieder des Frappant e.V. und der Initiative Lux & Konsorten, zusammengeschlossen. Derzeit hat die Genossenschaft etwa 150 aktive Mitglieder.

„Wir freuen uns, dass wir das Haus nach anderthalb Jahren Verhandlung nun endlich übernehmen können”, sagt Sasha Essayie von der fux eG. „Die Geschichte dieses Kaufs ist eng verbunden mit der Recht-auf-Stadt-Bewegung in Hamburg. Was hier entsteht, ist ein Haus als Gegengewicht zur Kommerzialisierung des kulturellen und sozialen Lebens, ein Haus, in dem die Miete nicht das halbe Leben ist, in dem Kultur nicht bloß das Sahnehäubchen ist und das für das Viertel offen ist.“

Im Kaufvertrag des Gebäudes ist festgeschrieben, dass mindestens 60 Prozent der Nutzfläche für die Dauer von 30 Jahren für künstlerische und kreativwirtschaftliche Zwecke genutzt werden muss. Insgesamt beträgt der Kaufpreis 1,85 Millionen Euro, für die zukünftige Nutzung sollen umfangreiche Umbau-, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen unter Einbeziehung nachhaltiger energetischer und verkehrsgerechter Standards in Höhe von etwa 6 Millionen Euro durchgeführt werden, die von der fux eG hauptsächlich durch Eigenkapital und Mieteinnahmen finanziert werden. Durch die Sanierung wird die nutzbare Fläche auf rund 10.000 Quadratmeter erweitert, bisher werden rund 4.000 Quadratmeter als Gewerbe- und Atelierräume, Probe-, Ausstellungs- und Versammlungsräume genutzt. Neu eingerichtet werden im Zuge der Sanierung auch eine Kantine sowie Produktionsstätten für kleine Betriebe.

Die Preise pro Quadratmeter werden je nach Nutzungsart auf einer Grundmiete von rund 5 Euro/nettokalt berechnet. Mit dem Förderbetrag des Senats in Höhe von 400.000 Euro wird im Wesentlichen ein Teil der Sanierung des Dachgeschosses finanziert, das aufgrund von Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg nicht nutzbar ist. 50.000 Euro der Förderung fließen in die Sanierung der Kultur- und Ausstellungsräume. Mit Hilfe der Förderung wird ermöglicht, dass die Räume mit einer Größe von 200 Quadratmeter saniert und zu vergünstigen Genossenschaftsanteilen sowie reduzierten Mietkonditionen von circa 2,50 Euro/Quadratmeter für mind. 10 Jahre von der fux eG bereitgestellt werden.

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