Vom 26. Juni bis zum 8. Juli 2015 tagt in Bonn das Welterbekomitee der UNESCO und entscheidet unter anderem über den Antrag auf Aufnahme der „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die UNESCO-Welterbeliste. Bei einer positiven Entscheidung hätte Hamburg damit sein erstes Weltkulturerbe. Im Vorfeld der Sitzung informiert sich heute die aktuelle Vorsitzende des Welterbekomitees und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Maria Böhmer zusammen mit Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler vor Ort über die Bewerbung.

Maßgeblich für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe ist die Vermittlung des außergewöhnlichen universellen Wertes einer potentiellen Welterbestätte. Die Hamburger Bewerbung stellt die Speicherstadt nicht nur als größtes und modernstes Logistikzentrum seiner Zeit, sondern auch als noch heute größtes zusammenhängendes, einheitlich geprägtes Speicherensemble der Welt heraus. Die Bauten des Kontorhausviertels setzten weltweit Maßstäbe für die Entwicklung der Bürohausarchitektur. Herausragend ist aber auch die unmittelbare Verbindung von Speicherstadt und Kontorhausviertel als zwei untrennbare Seiten eines lebendigen Hafens und Beispiel für eine konsequente Citybildung der Moderne.

Der Entscheidung des Welterbekomitees geht ein gründlicher Entscheidungsprozess voraus. Schon 1999 war das Chilehaus auf die Vorschlagsliste für zukünftige Nominierungen Deutschlands zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen worden. 2007 wurde die Bewerbung um Speicherstadt und Kontorhausviertel erweitert. Im Februar 2014 konnten die Antragsunterlagen schließlich in Paris eingereicht werden. Nachdem die umfangreiche Evaluierung und Begutachtung der Antragsunterlagen und der Bewerberstätte durch ICOMOS International abgeschlossen ist, entscheidet nun das Welterbekomitee der UNESCO zwischen dem 26. Juni und 8. Juli 2015 auf seiner Sitzung in Bonn. Das Welterbekomitee der UNESCO besteht aus 21 Mitgliedern. Zur Sitzung werden etwa 1.500 Delegierte der 191 Vertragsstaaten der Welterbekonvention und Journalisten erwartet. Höhepunkt einer jeden Sitzung des Welterbekomitees ist die Entscheidung über neue Welterbestätten.

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