„Bildung ist Koproduktion. Außerschulische und schulische Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche wirksam entfalten – eigenständig und gemeinsam“ so die zentrale These des gleichnamigen neuen BKJ-Positionspapiers zum Verhältnis und den Potenzialen außerschulischer und schulischer Kultureller Bildung.

In einem gemeinsamen Positionierungsprozess haben die in der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) zusammengeschlossenen Fachorganisationen der schulischen und außerschulischen Kulturellen Bildung Empfehlungen und Forderungen erarbeitet, welche dazu beitragen, die Zugänge zu Bildung und kultureller Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen zu sichern und zu erweitern:

  • Außerschulische und schulische Bildungsakteure müssen transparent, abgestimmt und kooperativ arbeiten, damit für alle Kinder und Jugendlichen kulturelle Bildungsgelegenheiten erschlossen und gesichert werden können.
  • Kinder und Jugendliche sind dabei nicht „Zielgruppe“ von Kultureller Bildung, sondern müssen durch die Träger der Kulturellen Bildung als Gestalter/innen ihrer kulturellen Selbstbildungsprozesse in Planungs- und Umsetzungsprozessen anerkannt werden.
  • Außerschulische Träger der Kulturellen Bildung haben eigene und unverzichtbare Qualitäten und Potenziale, um Kinder und Jugendliche interessen- und lebensweltorientiert in ihrer Bildungsbiografie und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
  • Schulen gewährleisten mit künstlerischem Fachunterricht sowie mit vielen Angeboten und Projekten darüber hinaus einen grundständigen Zugang zu Kultureller Bildung und kultureller Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen.
  • Kinder und Jugendliche benötigen selbstbestimmte Freiräume, um ihre Identität entwickeln und entfalten zu können. Auch deshalb sollten Bildungsdebatten nicht nur non-formale und formale Bildungseinrichtungen, sondern ebenso kulturelle Begegnungen in und mit Peers und Familien berücksichtigen.
  • Die Eigenständigkeit außerschulischer und schulischer Bildung und ihr Wert für Kinder und Jugendliche drücken sich in einer je spezifischen Qualität und Fachlichkeit aus, die Bestand haben müssen. Sie bedürfen einer angemessenen Akzeptanz und entsprechenden Rahmenbedingungen in Bund, Ländern und Kommunen.
  • Um Kinder und Jugendliche zu stärken, braucht es eine kontinuierliche, verlässliche und offene Zusammenarbeit von außerschulischen und schulischen Anbietern in Bildungslandschaften, Kooperationsprojekten und kulturellen Schulentwicklungsprozessen. Sie bilden die notwendige Infrastruktur und müssen mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet werden.

„Wir machen mit der Stellungnahme deutlich: Es gibt in Hinsicht auf Bildungschancen noch viel zu tun!“, sagt Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ. „Außerschulische und schulische Träger der Kulturellen Bildung leisten dabei einen großen Beitrag. Das lässt sich nicht nur eigenständig oder bilateral durch die Akteure vor Ort lösen. Bildung ist Koproduktion und damit auch eine Aufgabe, der sich Bund, Länder und Kommunen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft annehmen müssen.“, so Prof. Dr. Taube weiter.

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