kulturrat_logo_v2Mit dieser Stellungnahme positioniert sich der Deutsche Kulturrat für eine Fortsetzung des BMBF-Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Er fordert den Deutschen Bundestag auf, entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen und fordert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf, in bewährter Weise mit Verbänden und Initiativen in der Umsetzung des Programms zusammenzuarbeiten.

Im Nationalen Bildungsbericht 2010 wurde herausgearbeitet, dass der soziale und ökonomische Hintergrund der Eltern nach wie vor einen erheblichen Einfluss auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen hat. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF im Jahre 2012 das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ aufgelegt. Ziel des Programmes ist es, einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten und insbesondere Kindern und Jugendlichen, die in Risikolagen aufwachsen, mit kulturellen Angeboten bessere Zugänge zu Bildung und zu gesellschaftlicher Teilhabe zu eröffnen.

Für das Programm wurden im Jahr 2012 für eine Laufzeit von fünf Jahren 230 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit ist „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ das bislang finanziell umfangreichste Programm zur Förderung kultureller Bildung in der bundesdeutschen Geschichte.

Aus über 160 Bewerbungen wurden 2012 insgesamt 34 Verbände und Initiativen in einem wettbewerblichen Verfahren von einer Expertenjury ausgewählt. Diese Verbände und Initiativen, die Programmpartner, haben im Rahmen der Ausschreibung und der Förderrichtlinie des BMBF eigenständige inhaltliche Konzepte festgelegt, nach denen sie Angebote von lokalen Bildungsbündnissen im Rahmen von „Kultur macht stark“ fördern. Sie bewerben das Programm, beraten und begleiten die Antragsteller und geförderten Bündnisse, bieten Fortbildungen an und sichern so die Qualität des Programms sowie der durchgeführten Maßnahmen. Als Partner des Ministeriums sind sie die Garanten für die Umsetzung der in der Förderrichtlinie formulierten Förderziele.

In der vom BMBF in Auftrag gegebenen externen Evaluierung des Programms wurde vom beauftragten Forschungsinstitut Prognos AG herausgearbeitet,

  • dass das Programm auf eine sehr große Akzeptanz stößt und bis Mitte 2015 bereits 4.200 Bildungsbündnisse aus mindestens 3 Partnern entstanden sind,
  • dass in 95% der Kreise, kreisfreien Städte und in allen Bundesländern bereits Maßnahmen des Programms stattgefunden haben,
  • dass insgesamt über 10.000 Maßnahmen durchgeführt wurden und 300.000 Kinder und Jugendliche an Maßnahmen teilgenommen haben,
  • dass mehr als die Hälfte der Maßnahmen dort verortet sind, wo die bildungsbenachteiligten Risikolagen überdurchschnittlich häufig anzutreffen sind,
  • dass 94% der Bündnisse Kinder und Jugendliche erreichen, die sonst nicht an Angeboten kultureller Bildung teilhaben,
  • dass 60% der Bildungsbündnisse auch in Zukunft als Bündnispartner zusammenarbeiten und einen Folgeantrag stellen wollen,
  • dass die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ihre Persönlichkeit und Kompetenzen entwickeln und die deutliche Mehrheit Interesse an weiteren kulturellen Bildungsangeboten hat.
„Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ ist damit ein sehr erfolgreiches Programm und entfaltet in der Breite der Gesellschaft seine Wirkung. Maßnahmen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen waren von Anbeginn Teil des integrativen Ansatzes der Programmpartner. Das BMBF unterstützt angesichts der aktuellen Entwicklungen die Programmpartner mit bedarfsorientierten Lösungen und zusätzlichen Mitteln hierfür.
Der Deutsche Kulturrat fordert,
  • zu Beginn des Haushaltsjahres 2016 die Weichen dafür zu stellen, dass das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ nach 2017 fortgeführt werden kann,
  • das Programm mit einem vergleichbaren Fördervolumen fortzuführen,
  • die Potenziale der kulturellen Bildung zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit weiterhin zu nutzen und die Vielfalt und Flexibilität der kulturellen Bildung im Programm zu erhalten,
  • weiterhin mit Verbänden und Initiativen zusammenzuarbeiten, um Breitenwirkung, Nachhaltigkeit und eine hohe fachliche Qualität zu erzielen,
  • dabei insgesamt stärker kommunikativ und strukturell mit Ländern und Kommunen zusammenzuarbeiten,
  • Kompetenz der Akteure anerkennen.

Mehr: www.kulturrat.de/positionen/kultur-macht-stark-ii/

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