Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Kunst und Kultur waren immer im Fluss, das Ziel soziokultureller Projekte war stets, sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen, Widersprüche auszuhalten und nachhaltig für eine Verbesserung der Lebensbedingungen einzutreten.

Es galt und gilt dabei, verborgene kulturelle Potenziale zu entdecken, Impulse zu setzen und ästhetische Erfahrungen zu ermöglichen, die auf Dauer den Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit schärfen und zu einem nachhaltigen Engagement führen können. Wenn heute aufgeregt und geradezu inflationär über Fake-News debattiert wird, kommt es darauf an, Tatsachen zu bemühen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen – analytisch und poetisch, nachdenklich und satirisch. Am Anfang stehen Fragen.

Woher kommt das Unbehagen, das gerade viele Menschen umtreibt? Liegt es an unseren Lebensstilen, dem Hang zum Individualismus, fehlender Empathie für ein besseres Miteinander im Alltag? Gibt es in diesen Zeiten der Globalisierung und des Freihandels wirklich die „eine“ Welt, die doch irgendwie zusammenwächst? Oder geht es uns gut, weil es anderen schlecht geht? Folgen wirklich nur die Abgehängten den Populisten? Wie steht es um die soziale Ungleichheit im Lande? Spurensuche ist angesagt, Fakten sind gefragt. Teilhabe ist mehr als nur eine kulturpolitische Frage. Es gilt, neue Akzente zu setzen: Was ist heute im Leben wirklich wichtig?

Der Fonds Soziokultur sucht wieder Menschen mit kreativen Ideen und Niveau und bieten eine Förderung für Projekte aller Art, die originell und innovativ die Themen der Zeit aufgreifen und zum Nachdenken und Nachmachen anregen.

Die zweite Ausschreibung 2017 ist an kein spezielles Thema und auch an keine Kunst- und Kultursparte gebunden. Dem Fonds Soziokultur stehen im zweiten Halbjahr 2017 zirka 550.000 Euro für Projektförderungen zur Verfügung. Gefördert werden zeitlich befristete Projekte, in denen neue Angebots- und Aktionsformen in der Soziokultur erprobt werden. Die Vorhaben sollen Modellcharakter besitzen und beispielhaft sein für andere soziokulturelle Akteure und Einrichtungen. Damit regt der Fonds Soziokultur einen bundesweiten Wettbewerb um die besten Projektideen an. Es können auch Projekte unterstützt werden, die aufgrund ihrer Konzeption und ihres Umfanges eine längerfristige (mehrjährige) Zeitplanung erfordern. Die Förderung des Fonds ist dabei nicht nur auf die Durchführungsphase des Projektes begrenzt, sondern kann auch die Phase der Konzeptentwicklung einbeziehen. Voraussetzung für solche Förderungen ist, dass die Vorhaben besonderen qualitativen Ansprüchen genügen und geeignet sind, die Bedeutung der Soziokultur für das kulturelle Leben in der Öffentlichkeit darzustellen. Kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine sind aufgerufen, sich zu beteiligen und Anträge für das zweite Halbjahr 2017 zu stellen.

Einsendeschluss ist der 2. Mai 2017.

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