Wir leben heute in einer „mediatisierten“ Gesellschaft. Gemeint ist damit die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Medienkommunikation und den damit verbundenen Wandlungsprozessen, die sich mit der zunehmenden Durchdringung von Medien im Alltag und in der Kultur darstellen. Dabei den Überblick zu behalten oder gar Entwicklungen sowie Veränderungen vorauszusehen, scheint unmöglich.

Doch um selbstbestimmt an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben und mitwirken zu können, ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema unausweichlich. Eine besondere Herausforderung stellt dies für die Praxis von Sozial-, Jugend-, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Vereinen dar. Auf diesem Hintergrund lädt das Kulturbüro Rheinland-Pfalz am 22. Juni 2017 in Koblenz zum Fachtag FSJ_digital mit dem Thema „Mensch – Medien – Gesellschaft: Wege und Möglichkeiten für eine chancengleiche Teilhabe in einer mediatisierten Gesellschaft“ ein.

Prof. Dr. Karsten D. Wolf von der Universität Bremen referiert in seinem einführenden Vortrag über die tiefgreifenden Veränderungen unserer Kommunikations- und Lernkultur. Digitale Medien verändern unsere Gesellschaft, wie wir lernen und wie bzw. ob wir arbeiten. Diese Entwicklungen können ermächtigend wirken, wenn wir neuen Bildungswegen folgen können. Sie können aber auch „entmächtigend“ sein, wenn künstliche Intelligenzen und Roboter traditionelle Beschäftigungsmöglichkeiten verschwinden lassen. In diesem Beitrag sollen Chancen und Herausforderungen der Bildung in einer mediatisierten Gesellschaft herausgearbeitet werden, um anschließend Ziele und Methoden der praktischen Bildungsarbeit „im Jahr 20 nach Google“ zu diskutieren.

Als ein erfolgreicher Weg zu komplexen Themen der Medienbildung hat sich das FSJ_digital in seiner knapp zweijährigen Laufzeit entwickelt, das während des Fachtages vorgestellt wird. Am Nachmittag referiert Dr. Fred Schell zu dem Thema „Subjekt- und handlungsorientierte Medienpädagogik – Grundlagen, Zielsetzungen und Prinzipien“. Er zeigt auf, dass Pädagogik immer ein Teil der Geschichte der Medien war. Ein kurzer historischer Abriss dieses Verhältnisses soll dazu beitragen, unterschiedliche Positionen, Handlungskonzepte und Vermittlungswege der Medienpädagogik, die bis heute Einfluss haben, zu verstehen und zu hinterfragen.

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