Sich mit künstlerischen Mitteln gesellschaftlicher Entwicklungen anzunehmen, ist Anspruch der Soziokultur. Im Zentrum steht dabei der Mensch mit seinen kulturellen Fähigkeiten, die eigene Lebenswirklichkeit mitzugestalten. Dieser emanzipatorische Ansatz kam auch in den für das 2. Halbjahr 2017 vorliegenden 271 Projektanträgen zum Ausdruck, über die das Kuratorium des Fonds Soziokultur am 6./7. Juli 2017 zu entscheiden hatte.

Zur Förderung ausgewählt wurden schließlich 42 Vorhaben, die von Flüchtlingsarbeit über Inklusion und Provinzkultur bis hin zu Frauenbildern das breite Themenfeld einer Kulturarbeit abstecken, die sich als Arbeit an der Gesellschaft versteht.

Da ist zum Beispiel die Initiative 255ϛ1 aus Hohenlockstedt in Schleswig-Holstein, die ein Rap-Comedy-Duo aus Ghana einlädt, für eine Woche als öffentliche Dorfmusiker den Ort kulturell zu beleben. Oder der V.E.B. e.V. in Chemnitz, der sich in einem generationenübergreifenden Theaterprojekt dem Thema Älterwerden widmet. Wie politisch Kunst sein kann, beweist wiederum Farbfieber e.V. aus Düsseldorf, der sich unter dem Motto „Kunst kontra Kapital“ gegen die Vereinnahmung von Kunst im öffentlichen Raum zur Wehr setzt. Unter dem Titel „Arbeitstagung der Beratenden Ärzte, Berlin 1943“ wird der Verein Historikerlabor in der Charité Berlin-Mitte ein Dokumentartheaterstück über den Wert des menschlichen Lebens inszenieren.

„Bei aller gesellschaftlichen Verortung der Soziokultur“, so resümierend der Geschäftsführer des Fonds, Dr. Norbert Sievers, bleibt sie letztlich ein künstlerisches Experimentierfeld, in dem ‚Bilder vom besseren Leben‘ aufscheinen. In dieser Hinsicht transportiert soziokulturelle Arbeit immer auch ein Stück konkrete Utopie, die den Zumutungen des Alltags ihre alternative Perspektiven entgegen hält.“

Im Herbst 2017 gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur. Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die nicht vor Ende Januar 2018 beginnen dürfen. Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 2. November 2017.

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