Von Anfang an ist Soziokultur per se politisch. Sie verbindet kulturelle Aktion mit dem Ringen um Demokratie, Menschenwürde und Zukunft. Wie das konkret aussieht, zeigt die neue Ausgabe der SOZIOkultur.

SOZIOkultur "Per se politisch"Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, hebt hervor, dass gute künstlerische Bildung große Effekte bewirkt. Kinder und Jugendliche profitierten von Angeboten mit „Wow-Faktor“. Politische Bildung müsse Spaß machen. „Education through art“ könne als andere Bezeichnung für Persönlichkeitsentwicklung gelten.

Viele Projekte in soziokulturellen Zentren belegen das. „Was würde ich versprechen, um gewählt zu werden?“, fragen sich Jugendliche in Hinblick auf die Bundestagswahl. Beim  Projekt „Ich bin die Wahl“ des Kunsthauses KUBO in Bremen schlüpfen sie in die Rolle von Politiker*innen – und setzen sich so aktiv mit Demokratie und Teilhabe auseinander. Hiphopper*innen der Hiphop-Academy Hamburg erschließen sich in „Luther.ON.stage“ Werk und Person Luthers – und transformieren so seine Werte in die heutige Zeit. „Wem gehört die Stadt?“, fragen Jugendliche im potsdam lab – und schaffen so Möglichkeiten, sich ihre Stadt zu erobern. Junge Frauen aus Bremen führen im Performancekollektiv CHICKS* Projekte zu Weiblichkeit und Queerness auf – und entwickeln so Alternativentwürfe zu Diskriminierung und Machtverteilung. Junge Leute vom Bahnhof Langendreerin Bochum thematisieren im Projekt „Globale Solidarität – vor Ort“ Fragen der Welternährung – und finden so in langfristiges politisches Engagement. Tausende Besucher*innen versammeln sich jährlich beim „Wilde-Möhre-Festival“ im ländlichen Raum Brandenburgs – und feiern so die utopische Blaupause für ein friedliches, faires und tolerantes Miteinander. Mark Sauer und der VereinMiteinander leben in Mölln agieren anhand langfristig vereinbarter strategischer Konzepte – und gestalten so politischen Alltag in der von einem Brandanschlag betroffenen Kommune.

„Soziokultur ist politisch – ob sie will oder nicht. Aber was heißt das konkret?“, fragt Reinhold Knopp, langjähriger Leiter des Düsseldorfer Kulturzentrums zakk und seit 2003 Professor für Stadt- und Kultursoziologie an der Hochschule Düsseldorf, und charakterisiert das „gelingende Leben“ zwischen Politischem und Privaten, zwischen Selbstbestimmung und Selbstoptimierung seit den Anfangsjahren der Soziokultur.

Release-Party: Am 18. Juli findet ab 19 Uhr im Stadtteil- und Kulturzentrum MOTTE in Hamburg die Release-Party für die SOZIOkultur-Ausgabe „Per se politisch“ statt.

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