Die Bedeutung von kultureller Bildung und Teilhabe gerade für Kinder ist kaum zu überschätzen. Mittlerweile vielfach erforscht ist jedoch, dass die Zugangschancen in Deutschland je nach sozialer Herkunft sehr unterschiedlich verteilt sind. KulturLeben Hamburg entwickelt jetzt mit Unterstützung durch die Reimund C. Reich Stiftung ein Teilhabe-Projekt für Kinder im Kita- und Grundschulalter, die in einkommensschwachen Familien aufwachsen.

KulturLeben hat seit seiner Gründung immer auch die jüngsten KulturGäste in den Blick genommen. Das Angebot, das der Verein Kindern aus sozial benachteiligten Familien unterbreiten kann, konnte jedoch der Nachfrage und auch der gesellschaftlichen Bedeutung des Themas ‚Folgen von Kinderarmut‘ nicht mehr voll gerecht werden. Der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wartet mit alarmierenden Zahlen zum Thema auf: Fast 15 Prozent der unter 18-Jährigen in Deutschland wachsen in Armut auf. In Hamburg sind es sogar annähernd 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die in Familien im SGB-II-Bezug groß werden – mehr als jedes fünfte Kind.

Bisher fehlte es an einem finanziellen Fundament für ein Projekt, das genau dieser besorgniserregenden Entwicklung etwas entgegensetzen kann und die Jüngsten in den Mittelpunkt rückt. Aktuell sind lediglich 10 Prozent der 6.900 angemeldeten KulturGäste unter 18 Jahre, eine Zahl, die KulturLeben deutlich erhöhen will.

Dank der Unterstützung durch die Reimund C. Reich Stiftung kann KulturLeben Hamburg mit dem Projekt „KulturKlub“ nun tätig werden: In diesem Januar startete der Verein mit der Pilotphase: Er knüpft Netzwerke, erprobt Anspracheformate und legt Grundsteine für zukünftige Kooperationen. Den Anfang macht KulturLeben mit dem KulturKlub auf St. Pauli. Nach dem ersten Jahr und einer anschließenden gründlichen Evaluation soll die Projektidee dann für die gesamte Stadt weiterentwickelt werden.

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