Mit dem „Eine-Welt-Preis 2018“ werden alle zwei Jahre Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen. Bei der diesjährigen Verleihung wurde die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

„Ich komme an mit meinem Koffer und packe aus…“ so beginnt Astrid Kleist, Hauptpastorin an St. Jacobi und Pröpstin für die Propstei AlsterOst ihre Eröffnungsrede. „Das Projekt, das wir heute würdigen, hat darum Räume geschaffen, in denen Menschen „auspacken“ dürfen. All das mit- und einbringen konnten, was sie mitbrachten an Erfahrungen, aber auch an Kompetenzen und Begabungen.“

„Momentaufnahmen – von Bewegungen und Begrenzungen“ war eine Themenreihe der W3, die in den Jahren 2016 und 2017 umgesetzt wurde. Das Logo der Reihe zeigte einen Koffer, ein Bild des Künstlers Tammam Azzam Menschen, der das Gepäckstück im Rahmen seiner digitalen Fotoreihe „Syrian Museum“ gefertigt hatte. Mit Aktionen, Ausstellungen, Theaterstücken vermittelte es historische und politische Zusammenhänge sowie persönliche Erfahrungen von Menschen auf der Flucht.

Menschen mit Fluchterfahrung, die Ursachen die sie zur Flucht bewegt haben und persönliche als auch gesamtgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten zu einer Verbesserung der Situation waren die Leitthemen die sich durch die Veranstaltungen gezogen haben. Durch Vorträge, öffentliche Interventionen oder performative Präsentationen wurde das Thema sichtbar gemacht.

„Momentaufnahmen“ war als Zeitdiagnose gedacht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Um neue Perspektiven zu schaffen – auf Fluchterfahrung und was diese für den einzelnen Menschen dahinter bedeutet. Der Fokus lag dabei vor allem bei der Sicht der Betroffenen selbst. Exemplarisch forderte die freischaffende Künstlerin Moshtari Hilal durch eine begehbare Installation im öffentlichen Raum die Gesellschaft dazu auf, Flucht und Migration als Normalität anzuerkennen. Denn es gäbe keine Flüchtlinge. Es gäbe nur Menschen mit Fluchterfahrung.

STADTKULTUR HAMBURG