Der Skandal um den „ECHO“ führt nach Auffassung des Dachverbands für Kulturelle Bildung eindrücklich vor Augen, wie schnell unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit menschenfeindliche Aussagen salonfähig werden können. Menschenverachtung und Ausgrenzung müssen klar benannt werden.

Mit Sorge stellt die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) zunehmende Grenzverschiebungen in Politik und Gesellschaft im Umgang mit Menschenrechten, Demokratie und der Anerkennung von Diversität fest. Offene Diskriminierung, Rassismus, antisemitische, frauenfeindliche und homophobe Haltungen sind nicht nur ein Problem einzelner Szenen, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Verbänden und Fachstrukturen sind nach Ansicht der BKJ deshalb aufgefordert, klar gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit Stellung zu beziehen. Dies gilt besonders dann, wenn sie offizielle Funktionen als Fachvertreter*innen aus Kunst, Kultur und Kultureller Bildung wahrnehmen. „Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut in der Demokratie. Sie endet jedoch da, wo Grundrechte anderer Menschen in Frage gestellt werden und wo Gewalt verherrlicht oder zu ihr aufgerufen wird.“, sagt Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ.

„Mit viel Engagement und Energie setzen sich jeden Tag in ganz Deutschland Menschen in Vereinen, Initiativen, Projekten und Jugendeinrichtungen, in Schulen, Kindergärten und Kultureinrichtungen aus Überzeugung für die Kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ein. Ihr Leitziel ist eine demokratische Gesellschaft, die von allen gemeinsam gestaltet wird, in der Vielfalt anerkannt und Zusammenhalt gestärkt wird. Auch die Musikindustrie muss ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, unter anderem durch eine grundlegende Überarbeitung der Vergabekriterien des Musikpreis‘ ECHO“, so Taube weiter.

STADTKULTUR HAMBURG