Am Vorabend der Europawoche, die dieses Jahr im Zeichen des Europäischen Kulturerbejahres mit dem Motto „Sharing Heritage“ steht, gaben der Info Point Europa, die Senatskanzlei und das Denkmalschutzamt einen Überblick über die Vielfalt der europäischen Kultur in Hamburg. Sei es das Portugiesenviertel, der dänische Klassizismus der Elbvororte, die Franzosenbrücke in Billstedt oder die Englische Kirche am Zeughausmarkt: Kulturerbe umgibt uns überall vor Ort in Hamburg.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das Europäische Kulturerbejahr ist eine gute Gelegenheit, für gewachsene gemeinsame Werte wie Freiheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt einzutreten. Als Ankunftsstadt mit alten Handelsbeziehungen ist Hamburg seit je her von einem weltoffenen Geist und einem regen kulturellen Austausch geprägt. Zugleich stärkt das Entdecken und Verstehen unseres vielfältigen europäischen Erbes vor der eigenen Haustür das Bewusstsein für unsere Geschichte. Dafür leisten auch der Denkmalschutz und unsere Baukultur einen wichtigen Beitrag, der nicht zuletzt in den zahlreichen Hamburger Sharing-Heritage-Projekten sichtbar wird. Um verstärkt junge Menschen als die ‚Erben des Erbes‘ anzusprechen, setzen wir im Kulturerbejahr auch auf neue Formate und digitale Medien.“

Dr. Annette Tabbara, Staatsrätin der Senatskanzlei, Bevollmächtigte beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten: „Es steckt viel mehr Europa in Hamburg, als die meisten denken. Das europäische Kulturerbe ist bewusst das zentrale europäische Thema für 2018. Es führt uns vor Augen, dass wir nicht erst seit Gründung der Europäischen Union eng miteinander verbunden sind, sondern dass der Kulturaustausch in Europa lange Tradition hat.“

Florian Staudt, Leiter europe direct Info Point Europa Hamburg: „Das europäische Kulturerbe als Themenjahr der Europäischen Union eignet sich hervorragend, um den Menschen vor Ort anhand von Baudenkmälern die enge Verbundenheit zur gemeinsamen europäischen Geschichte zu vergegenwärtigen. Gerade in Zeiten, in denen nationalstaatliches Handeln wieder an Attraktivität gewinnt, ist das Bewusstsein der kollektiven Vergangenheit Erinnerung und Mahnung für unsere Zukunft zugleich. Hamburg bietet dabei viele historisch reichhaltige Beispiele, um die vielfältigen Einflüsse Europas visuell darzustellen. Die Kooperationsveranstaltung im Rahmen der traditionellen Europawoche ist eine tolle Gelegenheit, um gemeinsam den europäischen Reichtum der Kultur Hamburgs zu entdecken.“

Was sagen die Baudenkmäler über unsere Traditionen aus? Worin liegt unser gemeinsames Erbe? Wie gelingt es uns es dauerhaft zu bewahren? Mit wem wollen wir morgen unser Erbe teilen? Wem wollen wir was weitergeben? Wie müssen wir unser gebautes Erbe pflegen, erhalten – und fit machen für die Zukunft? Welchen Beitrag leisten Kulturförderung und zivilgesellschaftliches Engagement für unsere Gesellschaft und warum sind sie so wichtig? Diese Fragen diskutierten Landesdenkmalpfleger Andreas Kellner, Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann-Reemtsma-Stiftung, Dr. Ingrid Nümann-Seidewinkel, Vorsitzende der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und HCU-Professorin Dr. Lisa Kosok im Spiegelsaal des Museum für Kunst und Gewerbe.

Moderiert wurde die Veranstaltung von NDR-Journalistin Isabelle Wildberger, die auch ein Gespräch  mit William Lindley führte – dem englischen Ingenieur, der Hamburg im 19. Jahrhundert auf dem Weg zur Großstadt maßgeblich geprägt hat. Möglich geworden ist dies durch ein Kooperationsprojekt von Denkmalschutzamt, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dem Startup Shape-Shift im neuen Forschungs- und Transferzentrum der HAW und den Kulturvermittlern Silvia Hartel und Wolfgang Wiedey. Am HAW-Department Medientechnik wurde ein digitaler Charakter des englischen Ingenieurs erstellt, der im Kulturerbejahr die zentrale Figur einer Augmented-Reality-App sein wird.

Die Europawoche findet vom 2. bis zum 15. Mai 2018 in Hamburg statt. Kultur, Geschichte, Politik – so vielfältig wie Europa ist auch die Europawoche in Hamburg. Über 90 Veranstaltungen laden zum Erleben, Informieren und Diskutieren ein.

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Auf: www.hamburg.de/europawoche

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