Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am Freitag drei Projekte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung ausgezeichnet. In den prämierten Projekten befassen sich Kinder und Jugendliche mit aktuellen und brisanten Themen, die von der Migrations- und Asylpolitik über die Erinnerung an den Nationalsozialismus bis hin zur Digitalisierung reichen.

Die Preisträger für 2018 sind:

  • Die Kunstschule Offenburg mit dem internationalen Tanzprojekt „KorresponDanSe“
    Junge Geflüchtete und Jugendliche aus Deutschland und Frankreich und tanzen auf der „Passerelle de Deux Rives“, einer Rheinbrücke, die die Städte Kehl und Straßburg verbindet. Während Einheimische problemlos die deutsch-französische Grenze auf der Brückenmitte überqueren können, dürfen die geflüchteten Jugendlichen das nicht. Ihr Tanz endet an der unsichtbaren Wand, die die Grenze bildet. Die jungen Tänzer*innen zeigen auf unmittelbar berührende Art, dass es „Zurückweisung an der Grenze“ auch mitten in Europa schon längst gibt und wie sich das für sie anfühlt.
  • Der Verein Spielen in der Stadt e. V. aus München mit „Stranger than – Aus Nachbarn werden Fremde“
    22 Jugendliche aus neun Nationen, teils selbst vor Krieg und Terror geflüchtet, erkunden ein Jahr lang intensiv Mechanismen der Ausgrenzung in der NS-Zeit – und in ihrer heutigen Lebenswirklichkeit. Mit künstlerischen Mitteln entwickeln sie eine Performance und präsentieren ihre Recherche-Ergebnisse aus Archiven, Bibliotheken, Theaterbesuchen und Gesprächen mit Zeitzeugen. Kooperationspartner des Projekts sind eine Münchner Mittelschule, das NS-Dokumentationszentrum und die KZ-Gedenkstätte Dachau.
  • Der Verein für Medienbildung mediale pfade und die Open Knowledge Foundation mit dem bundesweiten Projekt „Jugend hackt“
    Programmier- und technikinteressierte Jugendliche von zwölf bis 18 Jahren entwickeln Prototypen, erfinden Programme und machen deutlich: Das Schreiben von Code ist eine Kulturtechnik, ein Mittel zur aktiven und kreativen Mitgestaltung von Gesellschaft. Neben aktuellen Themen rund um digitale Kommunikation, Fake News oder Datensicherheit geht es um zentrale gesellschaftspolitische Herausforderungen: von Flucht und Migration über Klimawandel bis hin zu sozialer Gerechtigkeit.

Die BKM-Preisträger 2018 zeigen: Die kulturelle Kinder- und Jugendbildung schafft Räume für junge Menschen, um sich auf künstlerischem Wege mit brennenden gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und deren Bedeutung für ihr eigenes Leben zu erkunden: Bin ich der Digitalisierung ausgeliefert – oder kann ich sie mitgestalten und sogar nutzen, um die Gesellschaft lebenswerter zu machen? Kann ein Stück Papier tatsächlich die Macht besitzen, über den Raum zu entscheiden, in dem sich eine Person frei bewegen darf – oder eben nicht? Wie ist es möglich, dass Ausgrenzung in einer Gesellschaft so extrem wird, dass aus Nachbarn plötzlich Feinde werden?

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Auf: www.bundesregierung.de

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