Ob Kippastreit, Kopftuchverbot oder Kreuze an Schulen – religiöser Fundamentalismus bestimmt immer wieder die öffentliche Debatte. Dem gegenüber steht der Alltag in soziokulturellen Zentren. Sie arbeiten mit vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen – auch mit religiösen Gemeinschaften – auf Augenhöhe zusammen.

Gegenseitige Anerkennung und Respekt tragen dazu bei, dass Ängste und Vorurteile abgebaut werden können. Die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur zeigt auf, wie ein konstruktives Miteinander gelingt.

Sich mit unterschiedlich Gläubigen zu verständigen war die Idee der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg zum Lutherjahr. Mit dem Projekt „Urban Prayers“ konnte sie verschiedene religiöse Gemeinschaften einbeziehen und nachhaltige Wirkungen erzielen.

Miteinander zu singen und zu musizieren war die Intention zur Gründung des TRIMUM-Chors. Christen, Juden und Muslime untersuchen ihre musikalischen Ausdrucksweisen auf Verbindendes und Trennendes und entwickeln daraus eine eigenständige und einzigartige „Musik des Trialogs“.

Gemeinsam etwas Dauerhaftes schaffen will das soziokulturelle Zentrum KuHStall e.V. in Großpösna. Schrittweise wuchs eine enge Kooperation mit der Kirchgemeinde vor Ort.

Auch die Arbeit mit Geflüchteten und Asylsuchenden gab soziokulturellen Zentren neue Impulse.
Die Geschichte jedes einzelnen zu thematisieren war Anliegen des Kulturladens Huchting in Bremen. Im Projekt „100 % mensch … 100 % huchting“ gingen 100 Menschen mit Migrationshintergrund der Frage nach, was ihnen das Gefühl gibt, angekommen zu sein.

Auf Erlebnispädagogik als Mittel der Integration setzt der Verein Drop In – Forum für interkulturelle und politische Bildung e.V. Er fördert die Partizipation von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten und vermittelt einen konstruktiven Umgang mit religiösen Konflikten. Im Projekt „Boards, not borders“ erwerben sie gleichermaßen Fähigkeiten im Skateboardfahren sowie fundierte Deutschkenntnisse.

Denn die Zeit des Ankommens ist vorbei, resümiert Robert Hillmanns vom  zakk in Düsseldorf. Geflüchtete wünschen sich Normalität, sie wollen nicht als „Opfer“ in die Kategorie „Flucht“ eingeordnet werden. Die soziokulturellen Zentren müssen sich den sich verändernden Herausforderungen stellen. Es gelte, Teilhabe zu ermöglichen und Macht abzugeben. Dafür müsse auch die Politik die Modalitäten anpassen.

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Auf: www.soziokultur.de

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