Migration ist weder grundsätzlich gut noch schlecht. Dennoch beherrschen einseitige Positionierungen und Polarisierungen das Reden und Schreiben über das soziale Phänomen: Die einen verstehen Migration als Ergebnis von Krisen, Katastrophen und Defiziten – und ihre Folgen als Gefahr für Sicherheit, Wohlstand, gesellschaftliche und kulturelle Homogenität.

Migration erscheint damit als ein Risiko, das dringend der intensiven politischen Vor- und Nachsorge bedarf. Die anderen wiederum sehen vornehmlich Potentiale für die Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie Perspektiven für ökonomische, soziale und kulturelle Innovationen – im Zielland oder im Herkunftsland der Bewegungen. Nichts daran ist falsch: Wie für jedes soziale Phänomen können die Folgen und Effekte von Migration sehr unterschiedlich wahrgenommen und eingeschätzt werden.

Die Veranstaltung des Goldbekhauses möchte am 10. September 2018 um 19:30 Uhr Grundlinien des Redens und Schreibens über Migration und Flucht deutlich machen. Warum zeigen sich Gesellschaften zum Teil offen gegenüber Migration, warum lassen sich dann wiederum Perspektiven der Schließung ausmachen? Warum war in der Bundesrepublik bis in den Herbst 2015 hinein die Bereitschaft recht hoch, Menschen aus Syrien als Schutzsuchende zu verstehen? Warum ist sie seither erheblich gesunken? Warum war sie beispielsweise in Frankreich, Polen oder Großbritannien ohnehin weit niedriger?

Der Kabarettist und Autor Kerim Pamuk wird den Abend mit seinen bissigen kabarettistischen Kommentaren auf sein geanz eigene Weise begleiten. Der Referent des Abends ist Jochen Oltmer, Professor für Migrationsgeschichte am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)und am Historischen Seminar der Universität Osnabrück.

Weitere Veranstaltungen aus der Reihe SICHTWEISEN:

  • Do. 11. Oktober 2018 um 19:30 Uhr: Thema Migration und Arbeistmarkt
  • Do. 8. November 2018 um 19:30 Uhr zum Thema Digitalisierung der Arbeit.
    Referent: Dr. Philipp Wittgenstein (Digitale Transformation, Change Management und Digitale Beratung) sowie den Künstler*innen Alexandra Kampmeier und Viktor Hacker.
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