Alle, die sich in einem Freiwilligendienst engagieren wollen, sollen die Möglichkeit dazu bekommen, versprach Bundesfamilienministerin Dr.in Franziska Giffey im Sommer. Am Montag stellte die Ministerin ihr Konzept für den Ausbau der Freiwilligendienste in Berlin vor. Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) begrüßt Giffeys Schritte zu mehr Teilhabe und bietet ihre Mitwirkung an, wenn es um die Ausgestaltung geht.

Der von der BKJ im Verbund mit den Zentralstellen im FSJ, FÖJ und BFD geforderte Ausbau an Freiwilligenplätzen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur besseren Teilhabe und leichteren Zugänglichkeit der Freiwilligendienste, kann nur durch eine größere Berücksichtigung im Haushalt des Bundes erreicht werden. Im Bundeshaushalt 2019 werden 65 Millionen Euro mehr für die Freiwilligendienste als besonderes Format des freiwilligen Engagements zur Verfügung gestellt, um die Qualität in der pädagogischen Begleitung von Freiwilligen zu sichern. So können die Zuschüsse für die pädagogische Begleitung erhöht werden, die seit sechs Jahren stagnieren und durch Kosten- und Tarifsteigerungen rückläufig waren.

Die Vorstandsvorsitzende der BKJ, Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, sieht dies als wertvolles Signal: „Demokratie braucht Beteiligung und durch Partizipation wächst gesellschaftlicher Zusammenhalt. Das zu fördern, ist eine wichtige Aufgabe der Freiwilligendienste Kultur und Bildung und anderer Programme der BKJ. Freiwilliges Engagement braucht aber auch Menschen, die sich kümmern. Deshalb ist es wichtig, dass die Zuschüsse für die pädagogische Begleitung in den Freiwilligendiensten nach langer Zeit erhöht werden, denn Menschen, deren Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird, sind gute Multiplikator*innen für kulturelle Teilhabe“.

Das Geld ist bereitgestellt, am Montag präsentierte die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in Berlin, wie sie im Einzelnen die verfügbaren Mittel einsetzen möchte: Unter dem Dach eines Jugendfreiwilligenjahres bleiben die Formate FSJ, FÖJ und BFD bestehen und sollen weiterhin als freiwillige Bildungs- und Orientierungsjahre entwickelt und gestärkt werden. Alle Menschen, die sich in solch einem Jahr für die Gesellschaft engagieren, sollen in Zukunft monatlich ein Freiwilligengeld von aktuell 402 Euro plus 25 Euro Fahrtkostenzuschuss erhalten. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist ein zentraler Grundsatz des neuen Konzepts für ein „Jugendfreiwilligenjahr” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Auch legt das Konzept einen Schwerpunkt auf Menschen in besonderen Lebensumständen, mit Behinderungen und anderen Benachteiligungen. Betont wird die Einführung von Teilzeit und die Entwicklung weiterer Unterstützungsformen, wie zum Beispiel der Assistenzbedarf.

Jens Maedler, Leiter des Bereichs Freiwilliges Engagement und Ehrenamt der BKJ, stellt fest: „Viele Forderungen der BKJ und anderer Zentralstellen zur Bundestagswahl 2017 wurden bereits erfüllt oder umgesetzt. Die Bilanz des BMFSFJ an dieser Stelle kann sich sehen lassen. Das betrifft zum einen die Übernahme des Sonderkontingents Flucht und Asyl in die Regelförderung und die Erarbeitung eines Gesetzes, das einen Freiwilligendienst in Teilzeit ermöglichen soll. Kritisch bleibt aber die Frage nach der Regelung des Taschengeldes in Teilzeit, verbunden mit der grundsätzlichen Forderung, dass Freiwillige frei über ihr Taschengeld in voller Höhe verfügen können müssen, egal, ob sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, Geflüchtete sind oder auf anderweitige Transferleistungen angewiesen sind.“

STADTKULTUR HAMBURG