Nach CSD und Pride Week sind die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg das am meisten besuchte queere Event in der Hansestadt. Wohl keine der Seminarteilnehmer*innen hätten im Winter 1989 damit gerechnet, dass ihr autonomes Streikseminar an der Universität Hamburg den Beginn eines der größten queeren Filmfestivals in Europa markieren würde.

Untersucht hatten die Studierenden damals, wie Homosexualität im Film dargestellt wird. Das Ergebnis der Analyse war so einseitig wie deprimierend: Sämtliche queere Protagonist*innen waren unglücklich, endeten als Ermordete oder wurden selbst zu Verbrecher*innen. Aus Protest drehten die Studierenden kurzerhand selbst einen Film, der im Metropolis Kino uraufgeführt wurde, die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg waren geboren: Eines der ersten Projekte, in denen Schwule und Lesben von Anfang an zusammenarbeiteten.

Seitdem sind 30 Jahre vergangen, die öffentliche Auseinandersetzung mit sexueller und identitärer Vielfalt hat zugenommen und auch die Anzahl queerer Themen im Film hat sich deutlich erhöht. Auch die Lesbisch Schwulen Filmtage haben sich weiterentwickelt, vielen LGBTIQ*-Perspektiven Raum gegeben und mit 15.000 Besuchenden eine wichtige Veranstaltung in der Hamburger Kultur etabliert.

Unverändert geblieben ist jedoch die ehrenamtliche Arbeitsweise des kollektiven Organisationsteams ohne Festivalleitung – für ein Festival dieser Größenordnung ungewöhnlich. Nicht von ungefähr nehmen die Lesbisch Schwulen Filmtage eine Vorbildfunktion für neu gegründete queere Filmfestivals, auch über Deutschland hinaus ein, die sich ebenfalls ehrenamtlich organisieren.

Mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. wurden die Filmtage im vergangenen Jahr für ihr langjähriges, kulturelles Engagement in der Stadt Hamburg ausgezeichnet.

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Auf: www.lsf-hamburg.de/festival/2019

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