Das Barmbeker Schallarchiv mit Reinhard Otto eröffnet den Abend mit Musik vom Grammophon, einem Vortag über die Swing Jugend und ihre Zeit sowie dazugehörigen Fotos. Richtig eingestimmt geht es zum Film von Rasmus Gerlach, in dem neue Zeitzeugen zu Worte kommen.

Peter Petersen wuchs in der Nazi-Zeit in einem Zigaretten-Kiosk auf Sankt Pauli auf und geriet durch sein Interesse für Swing-Musik in ein Umfeld von unangepassten Jugendlichen, wurde verhaftet und an die Front geschickt – ein Schicksal das ihn mit dem Frankfurter Emil Mangelsdorff, verbindet. Der Bruder des legendären Posaunisten spielt die Hymne der Swing-Boys auf seinem alten Saxophon und berichtet vom Überwachungswahn und der Repression unter den Nazis. Auch er wurde brutal in den Kriegsdienst gezwungen.

Im Anschluss lesen Swinging Gene und Rasmus Gerlach aus Hamburger Spitzelberichten und einer Gestapo-Akte von 1944 über die Frankfurter Swing-Jugend. In dieser Gestapo-Akte wird auch Emil Mangelsdorff, als Randfigur erwähnt – heute ist er einer der letzten Überlebenden. Die Gestapo-Akte birgt viele neue Erkenntnisse zur Swing-Jugend, besonders deren hohen Frauenanteil.

Motivation der Filmemacher: Beim Methfesselfest 2019 wurde die Vorführung unseres Films „Sankt Paulis Starke Frauen“ im Kulturzelt in Eimsbüttel von zwei noch nicht identifizierten Neonazis angegriffen – sie rüttelten am Zelt und pöbelten rum. Nur durch sofortige Intervention konnten sie vertrieben werden. Dies brachte uns auf den Plan ein lange geplantes Antifa-Film-Projekt schneller anzugehen als gedacht.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Woche des Gedenkens des Bezirks Hamburg-Nord statt.

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Auf: www.zinnschmelze.de

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