Neuer Leiter am Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft

Dr. Henning Mohr ist ab Januar 2020 neuer Leiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft und damit Nachfolger von Dr. Norbert Sievers, der seine Führungsverantwortung nach 37 Jahren altersbedingt abgibt. Der 37-jährige Sozialwissenschaftler soll auf Wunsch des Vorstandes der Kulturpolitischen Gesellschaft die Arbeit seines Vorgängers fortsetzen, dabei aber ganz bewusst auch eigene Akzente setzen.

„Die Fähigkeiten, Erfahrungen und Überzeugungen, die Dr. Henning Mohr mitbringt, werden unsere Arbeit und insbesondere die angewandten Forschungen des Instituts für Kulturpolitik befruchten“, so der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Dr. Tobias J. Knoblich. „Ich freue mich auch auf einen gelingenden Generationenwechsel, den wir gemeinsam gestalten werden, und wünsche Herrn Dr. Mohr einen guten Start.“

Seit knapp zehn Jahren beschäftigt sich Dr. Henning Mohr mit der Verbesserung der Innovationsfähigkeit kultureller Infrastrukturen und will sich auch in seiner neuen Funktion für eine größere Innovationsorientierung der Kulturpolitik in Deutschland stark machen. Der Innovationsexperte ist davon überzeugt, dass sich der Kulturbereich insgesamt deutlich flexibler aufstellen muss, um den sich rasant verändernden Bedarfen des Publikums gerecht werden zu können. „Diese Anpassungen müssen von der Politik begleitet und eingefordert werden. Dafür bedarf es neuer kulturpolitischer Leitlinien“, ist sich Mohr sicher. Dabei hebt er drei Kernbereiche einer innovationsorientierten Kulturpolitik hervor: Agilität, Digitalität und Diversität. Für diese Aspekte seien neue Förderungs- und Forderungs-systematiken seitens der Kulturpolitik notwendig – etwa die Etablierung gezielter Beratungsleistungen, Weiterbildungen und Coachings sowie Monitoring.

Dr. Henning Mohr verfügt über vielfältige berufliche Erfahrungen in der Kulturforschung und im Kulturmanagement. In den vergangenen drei Jahren koordinierte er das BMBF-geförderte praxisnahe Forschungsprojekt INTRAFO (Intrapreneurship in Forschungsmuseen) am Deutschen Bergbau-Museum Bochum. In dem bundesweit einmaligen Modellvorhaben wurden neue Ansätze herausgearbeitet, mit denen ausgehend von kreativen Ideen der Beschäftigten die Innovationsfähigkeit von Museen verbessert werden kann.

Vorher wurde Henning Mohr innerhalb des DFG-Graduiertenkollegs „Innovationsgesellschaft heute“ am Institut für Soziologie der TU Berlin über die Einbindung künstlerisch-kreativer Strategien im Strukturwandel des Ruhrgebiets promoviert. Am Beispiel von Kunstprojekten der Kulturorganisation Urbane Künste Ruhr untersuchte er dabei die Innovationspotentiale künstlerisch-kreativer Interventionen. Darüber hinaus arbeitete Dr. Henning Mohr als Projektmanager der Zukunftsakademie NRW und als Referent des Kaufmännischen Direktors der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Zusammen mit Barbara Neundlinger übernimmt Dr. Henning Mohr die Geschäftsleitung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.