Hamburger Corona Schutzschirm wird nochmals erweitert

Der Senat hat den Hamburger Corona Schutzschirm nochmals erweitert: Gut ein halbes Jahr nach seinem Start geht der Corona Recovery Fonds in die Verlängerung und wird zusätzlich aufgestockt.

Mit dem Fonds fördert Hamburg innovative Startups und wachstumsorientierte Mittelständler, die durch die Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind, mit stillen Beteiligungen bis zu 800.000 Euro. Ursprünglich sollte der Corona Recovery Fonds Ende letzten Jahres auslaufen. Außerdem zogen die zuständigen Senatoren heute Bilanz der Corona-Hilfen der letzten zehn Monate: 5,532 Mrd. Euro wurden in Hamburg geleistet, über 1,5 Mrd. Euro an Landesmitteln stehen für weitere Hilfen im neuen Corona-Jahr zur Verfügung.

„Weil die Pandemie uns aber auch 2021 beschäftigt und weiterhin Unternehmen unverschuldet in Schwierigkeiten geraten können, lassen wir nicht nach mit unseren Hilfsprogrammen für die Hamburger Wirtschaft“, sagt Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann. „Deshalb verlängern wir die Laufzeit des Corona Recovery Fonds nun bis zum 30. Juni 2021. Außerdem freue ich mich, dass wir aufgrund der Verlängerung, aber auch wegen der hohen Nachfrage aus den Unternehmen das Fördervolumen von ursprünglich 50 Millionen Euro auf über 100 Millionen Euro verdoppeln können. Das ist eine Größe, mit der wir die in Frage kommenden Unternehmen möglichst gut durch die schwere Zeit bringen können.“

Finanzsenator Andreas Dressel: „Die Lage wird für viele Unternehmen zunehmend existenzbedrohend. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Landeshilfen immer wieder ergänzen – über 1,5 Mrd. Euro stehen konkret bereit; insbesondere mit dem Hamburger Stabilisierungsfonds für den Hamburger Mittelstand. Alles in allem konnten bereits weit über 5,5 Mrd. Euro an Hilfen in Hamburg von März 2020 bis zum Jahresanfang 2021 mobilisiert werden. Wir werden beim Bund weiter Druck machen, damit die Dezember- und Überbrückungshilfe endlich in dem Tempo an den Start gehen, wie es die Situation erfordert. Unsere Zusage gilt weiterhin: Wir kämpfen weiter für Unternehmerinnen und Unternehmer und für die Arbeitsplätze, die mit den jeweiligen Unternehmen verbunden sind. Der Hamburger Schutzschirm ist weit aufgespannt und wir bitten alle Betroffenen, die Instrumente zu nutzen, die zur Verfügung stehen.“

Kultur- und Mediensenator Carsten Brosda: „Der Recovery Fonds ist eine wichtige Hilfe gerade auch für StartUps im Medien- und Digitalbereich, die die Transformation dieses für Hamburg prägenden Wirtschaftszweiges vorantreiben. Der Fonds ist daher ein wichtiger Baustein der vielen Corona-Hilfen, die wir zwischen Finanz-, Wirtschafts-, Kultur- und Medienbehörde kurzfristig auf die Beine gestellt haben.
Alleine im Kulturbereich hat Hamburg in 2020 rund 90 Millionen Euro zusätzlich an Hilfen bereitgestellt, zuletzt gut 14 Millionen Euro mit der Neustartprämie für soloselbstständige Künstlerinnen, Künstler und Kreative. Jetzt greifen zunehmend die Hilfsprogramme des Bundes auch im Kulturbereich. Wir werden aber weiter im engen Austausch mit den Kultureinrichtungen und Verbänden klären, wo wir die Bundeshilfen ergänzen müssen – und das dann auch tun. Unser Ziel bleibt, die vielfältige Kultur- und Medienszene Hamburgs möglichst gut durch die Krise zu bekommen. Dafür werden wir auch in 2021 und 2022 zusätzliche Mittel bereitstellen.“

Die Nachfrage nach den stillen Beteiligungen ist bislang enorm. Seit dem Programmstart Anfang Juli konnten über die IFB Innovationsstarter- und Beteiligungsgesellschaft Hamburg BTG fast 100 Beteiligungen mit über 35 Millionen Euro an Fördervolumen zugesagt werden. Für die geförderten Startups und Unternehmen bedeutete die Rekapitalisierung aus dem Corona Recovery Fonds in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, ihre vielversprechende Unternehmensentwicklung angesichts der Corona-bedingten Einschränkungen und Risiken fortzuführen und weiter am Markt tätig zu sein.

Corona Recovery Fonds

Über den Corona Recovery Fonds können langfristige Risiko- und Eigenkapitalfinanzierungen für innovative Startups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler aus Hamburg realisiert werden, die aufgrund der Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind.

Hierzu zählen technologisch orientierte Startups, junge Unternehmen mit nicht-technologischen Produkt-, Dienstleistungs-, Prozess- und Geschäftsmodellinnovationen sowie sonstige wachstumsorientierte kleine Mittelständler bis maximal 75 Millionen Euro Jahresumsatz und bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ausgeschlossen von der Förderung sind Unternehmen, die sich bereits am 31.12.2019 in Schwierigkeiten befanden sowie öffentliche Unternehmen.

Die Fondsmittel werden über die Hamburgische Investitions- und Förderbank an die IFB Innovationsstarter GmbH und die BTG Beteiligungsgesellschaft Hamburg mbH weitergeleitet, die die einzelnen Beteiligungsfinanzierungen operativ umsetzen werden. Abhängig von Innovationsgrad und Finanzierungsstrategie können sich an einer Förderung interessierte Unternehmen bei einem der beiden Beteiligungsfinanzierer um Beteiligungen in Höhe von bis zu 800.000 Euro bewerben.

Coronahilfen für die Kultur

Im Kulturbereich wurden im vergangenen Jahr rund 90 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Mit 35 Millionen Euro wurde das Hilfspaket Kultur geschnürt, von denen unter anderem über neun Millionen Euro an Privattheater gingen, 2,2 Millionen an Musikclubs und knapp 2,4 Millionen in den Bereich Film und Kino.

Von der „Hamburger Corona Soforthilfe“ (HCS), dem Soforthilfeprogramm des Senats für Solo-Selbstständige sowie kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern, haben besonders viele Solo-Selbstständige aus dem Bereich Kultur profitiert. Rund 10.600 Solo-Selbstständigen wurden je 2.500 Euro ausgezahlt, das sind in Summe rund 30 Millionen Euro. Hinzu kommen die Zuschüsse an Unternehmen aus dem Bereich Kultur und Kreativwirtschaft, die sich auf rund 7,7 Millionen Euro belaufen. Das Programm lief bis zum 31.05.

In der Folge konnten bis zum 31.12.2020 Künstlerinnen und Kreative, die Mitglied in der KSK sind oder die Bedingungen für eine Mitgliedschaft erfüllen, die Neustartprämie in Höhe von 2.000 Euro beantragen. Hier wurden über 7.000 Anträge bewilligt und über 14 Millionen Euro ausgezahlt.

Auch in diesem Jahr stehen wieder zusätzliche Mittel zur Verfügung, um zielgerichtet Kultureinrichtungen helfen zu können. Diese werden in den kommenden Wochen insbesondere auf die nun anlaufenden Hilfsprogramme des Bundes abgestimmt und gemeinsam mit den Einrichtungen und Verbänden entwickelt.