STADTKULTUR HAMBURG: Leistung in der Soziokultur fair bezahlen

Corinne Eichner, Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG, hat in einem Artikel in der Zeitschrift SOZIOkultur und auf der Webseite des Bundesverbandes Soziokultur das krasse Missverhältnis zwischen den Erwartungen an die Soziokultur und der Entlohnung der darin Beschäftigten dargestellt.

Der Soziokultur wird eine große Bedeutung beim Einsatz für den Zusammenhalt der Gesellschaft zugeschrieben. Man traut ihr eine Antwort auf fast alle gesellschaftlichen Problemlagen zu, seien es gelingende Integrationskonzepte, Angebote für Geflüchtete, Programme für die kulturelle Bildung und die Stärkung von Kindern und Jugendlichen, kulturelle Teilhabe, Erinnerungskultur oder Bildung für alle – um nur einige zu nennen.

Komplexe Aufgaben

Doch die materielle und personelle Situation der allermeisten soziokulturellen Einrichtungen ist äußerst prekär und entspricht kaum ihren Leistungen. Ihre Beschäftigten stehen heute hochkomplexen Aufgaben gegenüber, die sie mit ebenso komplexen, professionellen Mitteln bewältigen und für die sie häufig eine akademische Ausbildung oder ein entsprechendes Maß an Erfahrung benötigen. Viele Aufgabenbereiche gehen mit großer Verantwortung einher. Die Bezahlung ist jedoch fast nie mit der Entlohnung in anderen Branchen vergleichbar und entspricht in keiner Weise dem anspruchsvollen Aufgabenprofil. Gibt es eine Anlehnung an ein Tarifsystem, dann an eine der niedrigeren Tarifgruppen. Auch unbezahlte Mehrarbeit ist weit verbreitet. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sind alles andere als die Regel. Gleichzeitig führen die vielen Überstunden, die nur zu einem Teil ausgeglichen werden können, zu einer gesundheitsgefährdenden Überlastung. Befristungen sind angesichts der verbreiteten Projektförderungen die Regel. Nach dem aktiven Arbeitsleben und vielen Jahren Engagement droht dann auch noch die Altersarmut. Wie so oft sind die Frauen besonders betroffen, denn sie machen einen hohen Anteil der Beschäftigten in der Soziokultur aus und akzeptieren besonders häufig Teilzeitbeschäftigungen.

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Auf: www.soziokultur.de