Forschungsstelle für Zeitgeschichte hat Nachlass von Esther Bejarano erschlossen und macht ihn öffentlich zugänglich

Der persönliche Nachlass von Esther Bejarano ist jetzt im Archiv der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) erschlossen und damit für Forschung, Bildung und öffentliche Erinnerung zugänglich gemacht worden. Die Behörde für Kultur und Medien hat die archivische Erschließung des Bestands mit 40.000 Euro gefördert.

Esther Bejarano | Foto: FZH Archiv, BA 006 (Esther Bejarano), 229/3

Esther Bejarano (geboren als Esther Loewy am 15. Dezember 1924 in Saarlouis; gestorben am 10. Juli 2021 in Hamburg) war Überlebende der Shoah, Sängerin, Zeitzeugin, Aktivistin und langjährige Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland e. V. Seit den 1960er-Jahren lebte sie in Hamburg. Mit ihren Erinnerungen, ihrem politischen Engagement und ihrer Musik wurde sie weit über Hamburg hinaus zu einer der eindringlichsten Stimmen gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus.

Der Nachlass wurde 2023 auf Wunsch der Familie Bejarano und mit Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien an die FZH übergeben. Er umfasst unter anderem amtliche Dokumente, private Korrespondenzen, Kalender, Auszeichnungen, Materialien aus dem Auschwitz-Komitee und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Programme, Plakate, Fotos, Ton- und Filmmaterial, Noten und Liedtexte. In seiner Vielfalt dokumentiert der Bestand nicht nur eine außergewöhnliche Biografie, sondern auch die Entwicklung einer kritischen Erinnerungskultur in der Bundesrepublik und das jahrzehntelange Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und das Wiedererstarken neonazistischer Ideologien.

Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Geschichte wird gemacht – Zeitgeschichtliche Projekte aus Hamburg“ wurde das Projekt Ende Mai in der FZH der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Esther Bejaranos Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und das Vergessen wirkt bis heute weit über Hamburg hinaus. Mit der Erschließung des Nachlasses von Esther Bejarano wird auch ein wichtiger Bestand der Hamburger Erinnerungskultur dauerhaft gesichert und öffentlich zugänglich gemacht. Das Wirken von Esther Bejarano bleibt damit auch für Forschung, Bildung und künftige Generationen erhalten. Mein Dank gilt der Familie Bejarano für das Vertrauen, diesen Nachlass der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg zu übergeben. Die Sicherung und öffentliche Zugänglichmachung solcher Zeugnisse ist gerade in einer Zeit wachsender geschichtsrevisionistischer und antisemitischer Tendenzen von besonderer Bedeutung.“
Kultursenator Dr. Carsten Brosda

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Auf: www.hamburg.de

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