Der Senat hat die Sanierung und Erweiterung des Eidelstedter Bürgerhauses beschlossen. Die bauliche Neustrukturierung beinhaltet u.a. den Umzug der örtlichen Öffentlichen Bücherhalle, die Schaffung von Flächen für eine gastronomische Nutzung sowie moderne Veranstaltungs- und Seminarräume.

Derzeit wird das Eidelstedter Bürgerhaus von zwei Einrichtungen genutzt. Das Stadtteilkulturzentrum bietet ein breites Angebot u.a. mit Theater, Konzerten, Filmen, Lesungen, Informationsveranstaltungen und Sozialberatung. Es stellt außerdem vielen ehrenamtlichen Organisationen im Stadtteil Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Elternschule wendet sich an werdende und junge Eltern mit Beratung, Unterstützung und Informationen zur Kindererziehung in Form von offenen Treffpunkten, Gruppenangeboten und Veranstaltungen.

Die ehemalige Schule von 1878 wurde mehrfach und zuletzt in den 1920er Jahren baulich erweitert, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wiederhergestellt und in den 1980er Jahren von engagierten Bürgerinnen und Bürgern als Kunst- und Kulturstätte für den Stadtteil umgenutzt. Der heutige Zustand ist sanierungsbedürftig und die aktuelle Raumaufteilung und Gestaltung entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedarfen, neue Nutzungen finden keinen Platz. Es fehlen städtebauliche und architektonische Beziehungen zum angrenzenden Marktplatz und zum Geschäftszentrum.

Durch eine umfassende Sanierung, die mit einer energetischen Verbesserung verbunden wird, soll das Bestandsgebäude um etwa ein Drittel seiner Grundfläche wachsen: Die Innenräume sollen getrennte Bereiche erhalten und der Veranstaltungssaal wird modernisiert und vergrößert. Die Elternschule wird bedarfsgerecht umgebaut. Damit soll das Gebäude den zukünftigen Nutzungsanforderungen gerecht werden und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele des Senats leisten.

Durch den Einzug der Bücherhalle Eidelstedt wird das neue Haus auch eine thematische Erweiterung erfahren. Neben der klassischen Medienentleihung setzt die Bücherhalle heute auch auf die Kompetenzvermittlung zur Nutzung von Medien und digitalen Quellen und wird zunehmend zum außerschulischen Lernort. Zudem soll das vorgesehene Café ein wichtiger neuer Baustein für das Profil und die Außenwirkung des ganzen Hauses werden, der Bereich vor dem Café wird mit einer Außenterrasse aufgewertet.

Für die Sanierung und Erweiterung des Bürgerhaues sollen im Haushaltsjahr 2020 anteilige Finanzierungsmittel in Höhe von insgesamt rund 4,9 Mio. Euro eingesetzt werden, u.a. aus RISE-Mitteln und dem Quartiersfonds Eimsbüttel. Außerdem wurden erfolgreich Bundesmittel des Programms Nationale Projekte des Städtebaus in Höhe von 1,9 Mio. Euro eingeworben. Die Gesamtprojektkosten sind mit rd. 10,6 Mio. Euro kalkuliert.

Ausgangspunkt für die planerische Entwicklung des Vorhabens war ein Beschluss der Bürgerschaft und eine damit verbundene Kostenermittlung zur Sanierung des Altbaus, die die Sprinkenhof GmbH 2016 vorgelegt hat. Überdies hat die Sprinkenhof GmbH seit August 2019 die Funktion des Realisierungsträgers übernommen. Ergänzende bauvorbereitende Untersuchungen u.a. zur Erweiterungsfähigkeit des Altbaus sowie eine konkretisierte Bedarfsermittlung im Ergebnis einer breit angelegten Akteurs- und Bürgerbeteiligung flossen 2017 in einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ein. Dazu wurden in einem ersten Schritt Bürgerwünsche und -ideen ermittelt, anschließend hat es eine Bürgerbeteiligung zu den baulichen Planungen gegeben, insbesondere im Vorfeld und in Begleitung des hochbaulichen Wettbewerbs. Insgesamt haben die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung die Ideen aus der Vorplanung bestätigt sowie zu einer Verfeinerung der Planung beigetragen.

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