KulturPlus setzt sich dafür ein, mehr Kulturangebote für Menschen mit Behinderung in Hamburg zugänglich zu machen. Auch zehn Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention existieren viele Barrieren in Theatern, Museen und anderen Kultureinrichtungen. Das kulturelle Angebot ist nicht immer für alle Menschen zugänglich. Gleichzeitig werden existierende barrierefreie Angebote vom Publikum häufig nur sehr zögerlich in Anspruch genommen.

Das Hamburger Projekt KulturPlus geht einen neuen Weg, um dies zu ändern: In einem kontinuierlichen Dialog verständigen sich Besucher*innen mit Behinderungen und Kultureinrichtungen auf schrittweise Veränderungen und deren verbindliche Umsetzung.
Dabei wird besonderer Wert auf die Kommunikation dieser barrierefrei zugänglichen Angebote gelegt. Sie sollen öffentlich positiv wahrgenommen, über verschiedene Wege beim Publikum bekannt und so auch genutzt werden. Deshalb wird der Ansatz des Designs für Alle gewählt, damit Veränderungen nicht als spezielle Lösungen für wenige, sondern als attraktive Mehrwerte für viele Menschen geplant, umgesetzt und wahrgenommen werden.

In der im Frühjahr 2019 startenden einjährigen Planungsphase des Projektes KulturPlus wird ein Fahrplan für den Prozess der gemeinsamen Entwicklung erstellt und an beispielhaften, leicht umzusetzenden ersten Schritten erprobt, wie die anschließende dreijährige Umsetzungsphase ablaufen kann.

Das Projekt KulturPlus Hamburg läuft vom 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020. Initator des Projektes ist das Büro grauwert, Träger des Projektes ist STADTKULTUR HAMBURG e.V.

Die Bausteine von KulturPlus

Festgeplante Bausteine des Projektes sind:

1. Der Code of Conduct

Der Code of Conduct ist eine (Ziel-)Vereinbarung, auf die sich die teilnehmenden Häuser verbindlich einlassen und deren Ziele mit den Jahren allmählich höher gesteckt werden.
Dieser Verhaltenskodex soll in Hamburg keine gültigen Normen und schon entwickelte Standards ersetzen, sondern einen pragmatischen Weg aufzeigen, um mit einfachen Maßnahmen mehr Barrierefreiheit zu erreichen.

2. Good Practice Sammlung

Wichtiger Baustein des Projektes ist eine ständig wachsende hochwertig gestaltete Dokumentation mit beispielhaften guten Lösungen, die zum Nachahmen anregen und das Publikum einladen soll, diese Lösungen zu nutzen.
Der Gedanke dahinter: Häuser können mit vorbildlichen Beispielen aus Hamburg an das Thema herangeführt und zu Veränderungen bewegt werden, wenn eine positive Konnotation und ein Wettbewerb um gute Lösungen stattfindet.
Gleichzeitig sollen schon früh Öffentlichkeit und Publikum erreicht werden. Deshalb werden die Beispiele breit kommuniziert, so dass die Angebote öffentlich positiv wahrgenommen, über verschiedene Wege beim Publikum bekannt und so auch genutzt werden.

3. Recherche und Abstimmung

Im bilateralem Austausch mit Menschen mit Behinderungen und deren Organisationen wird in der Planungsphase erfasst, wo die Prioritäten des Veränderungsbedarfs liegen. Dabei sollen alle Dimensionen – Mobilität, Sehen, Hören, Gebärden und Verstehen – berücksichtigt werden.
Gemeinsam mit den Kultureinrichtungen werden pragmatische Umsetzungsvorschläge für diese Veränderungen gesucht, die vor den Rahmenbedingungen der Häuser umsetzbar erscheinen und auf die eine verbindliche Zusage denkbar erscheint.

4. Workshops

In Workshops werden beispielhafte Lösungen vorgestellt, diskutiert und abgestimmt, an welchen Punkten sich die Häuser und das eingebundene Publikum auf allgemeingültige Schritte verständigen könnten.

Teilnehmer*innen in der ersten Planungsphase

  • Kultur-Nutzer*innen: Interessierte Menschen mit Behinderung (Dimensionen Sehen, Hören, Mobilität, Gebärden, Verständnis) und deren Vertreter*innen/Verbände
  • Kultur-Anbieter: eine Auswahl besonders interessierter und aktiver Hamburger Museen und Bühnen/Theater (diese werden im Folgeprojekt auf alle Anbieter von kulturellen Angeboten (Bühnen, Museen, Stadtteilkultur, Kinos, Denkmäler, …) ausgeweitet.

Förderer

Die Förderer des Projektes KulturPlus in die Aktion Mensch, die Gabriele Fink Stiftung und die Stiftung Kulturglück.

Unterstützer und Netzwerk sind: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Hamburg Tourismus, Design für Alle Deutschland e.V., Hamburger Theater e.V. und Deutscher Bühnenverein Landesverband Nord, Museumsdienst Hamburg, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen

Kontakt und Ansprechpartner

KulturPlus Hamburg
c/o STADTKULTUR HAMBURG e.V.
Stresemannstraße 29 (1. OG)
22769 Hamburg

Corinne Eichner
STADTKULTUR HAMBURG e.V.
040 / 879 76 46 – 18
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Mathias Knigge
Büro grauwert
040 / 79 69 37 57
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