Gleich drei Kultureinrichtungen erhalten in diesem Jahr den mit insgesamt 18.000 Euro dotierten „Innovationspreis Soziokultur“ wegen ihrer beispielhaften „Kulturarbeit jenseits der Metropolen“. Für diese Auszeichnung, die vom Fonds Soziokultur zum siebten Mal vergeben wurde, waren insgesamt 12 Projekte nominiert worden. Die Jury erklärte auf ihrer Sitzung am 13. Mai 2016 zwei Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern und ein Vorhaben aus dem Hunsrück zu den diesjährigen Preisträgern.

Der mit 10.000 Euro verbundene Hauptpreis geht an das Theater Kulturkate aus Lübtheen in Mecklenburg: Das Projekt „Grenzfälle“ hat 25 Jahre nach der Maueröffnung Szenen aus dem deutsch-deutschen Alltag während der Teilung auf einem Floß inszeniert und in mehreren Stationen auf dem damaligen Grenzfluss Elbe zur Aufführung gebracht. Unter aktiver Beteiligung kommunaler Anrainer aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist dabei ein „Grenzmärchen“ entstanden, das auf heiter-besinnliche Art Deutsche aus Ost und West am Elbestrand erinnernd zusammenführte.

Mit dem zweiten Preis wurden zu gleichen Teilen zwei Projekte prämiert: eine dörfliche Initiative in Rheinland-Pfalz und eine ländliche Kultureinrichtung in Vorpommern.

4.000 Euro Preisgeld erhalten die AsphaltVisonen aus Hattert im Westerwaldkreis. Das Projekt „Die Fünf“ wusste die Jury durch die kulturelle Integration von fünf Dörfern zu überzeugen, deren Bewohner*innen Anekdoten aus der eigenen Alltagsgeschichte mit künstlerischer Unterstützung in kleine Theaterstücke umsetzten und mit weiteren Kulturaktionen wie z.B. dem „Trecker-Ballett“ verbanden. Die Projektergebnisse wurden schließlich auf einer geführten Kulturtour durch die Dörfer der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ebenfalls über 4.000 Euro Preisgeld freuen kann sich das Schloss Bröllin in der Uckermark. Im deutsch-polnischen Grenzgebiet initiierten die Verantwortlichen das Projekt „Willkommen bei uns!“, das in einer kulturellen Landpartie durch die Region Deutsche, Polen und Asylbewerber*innen in künstlerischen Workshops zusammenführte. Höhepunkt und Abschluss der Aktion bildete das Grand Finale auf dem ehemaligen Gutshof, bei dem die gemeinsamen Ergebnisse präsentiert wurden.

Nach Ansicht der Preisjury haben die prämierten Projekte eindrucksvoll den in der Ausschreibung geforderten Regionalbezug hergestellt und dabei exemplarisch die soziokulturellen Möglichkeiten ländlicher Kulturarbeit demonstriert. „Die Soziokultur ist nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil sie an der Lebenswirklichkeit der Menschen ansetzt“, erklärte abschließend der Vorsitzende des Fonds Soziokultur, Kurt Eichler. „Und diese direkte Ansprache hat immer einen Ortsbezug, der gerade im ländlichen Raum mit seinem überschaubaren gesellschaftlichen und sozialen Beziehungen unmittelbar erlebbar wird.“

Die öffentliche Preisverleihung wird voraussichtlich im September 2016 stattfinden.

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