Wilhelmsburg und Veddel sind Hamburgs Stadtteile mit der höchsten Diversität. Nicht nur weil hier viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, sondern auch, weil die Wilhelmsburger sich hinsichtlich Alter, Kaufkraft und Religionszugehörigkeit stark voneinander unterscheiden und weil in Veddel Menschen verschiedenster politischer Präferenz leben.

Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung, die das infas-Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag der Körber-Stiftung durchgeführt hat. Der neu entstandene »Superdiversitäts-Index« zeigt auf einer Karte, wie vielfältig Hamburgs Stadtteile sind. Dafür wurde nicht nur die Verteilung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erfasst, sondern der Begriff Diversität um die Faktoren Alter, Kaufkraft, Religion und Parteienpräferenz erweitert.

Unsere Gesellschaft wird immer diverser, und zwar nicht nur durch Zuwanderung, sondern durch die Emanzipation einzelner Gruppen oder den Trend zur Individualisierung. „Die Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ethnischer Zugehörigkeit, Kultur, Religion genauso wie in Lebensstilen und Familienmodellen – die Vielfalt wächst in allen Dimensionen, die homogenen Mehrheiten schwinden“, sagt Jonathan Petzold, Programm-Manager bei der Körber-Stiftung. „Mit dem Superdiversitäts-Index versuchen wir, diese Entwicklung abzubilden und die unterschiedlichen Dimensionen von Vielfalt zu berücksichtigen.“

„Wie vielfältig eine Stadt ist, drückt sich nicht nur in der Herkunft ihrer Bewohner aus. Gerade in einer Metropole wie Hamburg treffen Menschen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands und der Welt aufeinander und bringen die unterschiedlichsten Einstellungen und Lebensstile mit“, sagt Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg. „Mit der Untersuchung zur Superdiversität blickt die Körber-Stiftung aus einer neuen Perspektive auf unsere Stadt. Sie zeigt, dass wir Vielfalt auch in Stadtteilen finden, an denen wir sie nicht unbedingt erwarten. Das macht Hamburg spannend.“

Im bundesweiten Vergleich zeigt sich, dass der Stadtstaat Hamburg das Bundesland mit der höchsten Diversität ist, vor Bremen und Berlin. „Superdiversität gehört zum Wesen einer Großstadt und ist Teil ihrer Attraktivität“, so auch Jonathan Petzold. Sie kann bereichernd sein, wenn sie nicht zu Segregation und Spaltung führt, sondern eine Kultur des Mit- und Füreinander bedeutet. Darum gilt es, den Blick zu öffnen für alle Aspekte von Vielfalt, um dann die Rahmenbedingungen zu schaffen für ein Leben nicht gegen- oder nebeneinander, sondern miteinander.

weiterlesen in der Broschüre (PDF)

Oder: www.koerber-stiftung.de

Tagged with →  

STADTKULTUR HAMBURG