Hella Schwemer-Martienßen hat die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille erhalten. Der Hamburger Senat würdigt damit ihre außerordentlichen Verdienste als langjährige Direktorin der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen, ihren Einsatz für die Entwicklung des Öffentlichen Bibliothekswesens und ihr Engagement für die Kinder- und Jugendkultur in der Hansestadt.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher überreichte die Auszeichnung heute im Rahmen des Senatsempfangs zum hundertjährigen Bestehen der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen vor rund 400 Gästen aus Kultur, Bildung und Politik im Rathaus.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Hella Schwemer-Martienßen hat die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen über 25 Jahre geprägt und zu einer der modernsten öffentlichen Bibliotheken Deutschlands entwickelt. Die Bücherhallen mit ihrer über hundertjährigen Geschichte sind heute die Kultureinrichtung mit den meisten Besucherinnen und Besuchern und eine unverzichtbare Säule der Stadtteil-, Kinder- und Jugendkultur.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Unter der Leitung Hella Schwemer-Martienßens haben sich die Bücherhallen zu einem wichtigen Ort der Begegnung für die gesamte Stadtgesellschaft entwickelt, der offen für alle ist. Ihrem hervorragenden Gespür für die Veränderungen in unserer Gesellschaft ist es zu verdanken, dass die Bücherhallen moderne, multimediale Kultur- und Lernorte sind, in deren Zentrum der Mensch steht. Ich gratuliere Hella Schwemer-Martienßen zu dieser hochverdienten Auszeichnung.“

Hella Schwemer-Martienßen hat die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen seit 1996 als Direktorin geleitet. Seit den neunziger Jahren hat sie die Stiftung in zwei Strukturreformen zu einem effizienten, modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Unter ihrer engagierten und stets zukunftsgerichteten Leitung wurden die Zentralbibliothek am Hühnerposten realisiert, das Filialsystem modernisiert und auf 32 Stadtteilbibliotheken konzentriert sowie die beiden Bücherbusse erneuert.

Die Bücherhallen Hamburg haben die Chancen der Digitalisierung frühzeitig und systematisch für die Weiterentwicklung des Bibliothekswesens genutzt und vielfältige digitale Services entwickelt, die das Medienangebot zeitgemäß ergänzen.

Zugleich wurde die ressortübergreifende Zusammenarbeit konsequent ausgebaut. So gibt es zum Beispiel eine flächendeckende Kooperation mit Schulen und Kitas im Bereich der Leseförderung.

Unter der Leitung Hella Schwemer-Martienßens sind die Bücherhallen Hamburg so zu einem unverzichtbaren Bezugspunkt in Hamburg, insbesondere für die Kinder- und Jugendkultur, geworden. Schwerpunkte ihrer Arbeit lagen auch auf der vorbildlichen Entwicklung des Ehrenamts, dem interkulturellen Dialog sowie der Sprachförderung für Geflüchtete.

Hella Schwemer-Martienßen wurde 1954 in Prisser im Kreis Lüchow-Dannenberg geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Politischen Wissenschaften, Soziologie und Pädagogik in Hannover absolvierte sie die Laufbahnprüfung für den höheren Bibliotheksdienst. Es folgten Berufsstationen in Lüneburg und Bremen, bevor sie 1994 zur Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen wechselte. Seit Mai 1996 leitet Hella Schwemer-Martienßen die Stiftung mit großem Geschick als Bibliotheksdirektorin (Alleinvorstand), seit Juli 2015 als Doppelspitze mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer. Sie ist zudem Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Centralbibliothek für Blinde und stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Norddeutschen Blindenhörbücherei e.V. in Hamburg.

Hella Schwemer-Martienßen engagiert sich darüber hinaus in vielfältiger Weise für Belange der Kulturellen Bildung, darunter als Vorstandsmitglied der LAG Kinder- und Jugendkultur e.V., im Verein Kinder Kinder oder der Motte e.V. Sie ist Beiratsvorsitzende der Hamburger Volkshochschule und wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden des Hamburger Kulturforums gewählt.

Am 1. September 2019 wird Hella Schwemer-Martienßen in den Ruhestand gehen und das Amt der Bibliotheksdirektorin an ihre Nachfolgerin Frauke Untiedt abgeben. Ihr soziales Engagement wird sie unterdessen ehrenamtlich fortsetzen.

Die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille wurde 1978 vom Senat zum Gedenken an die Verdienste des Kultursenators Dr. Hans Harder Biermann-Ratjen (1901 – 1969) gestiftet. Mit der Medaille werden Personen, Personengruppen oder Institutionen geehrt, die sich mit ihren künstlerischen und kulturellen Leistungen um Hamburg verdient gemacht haben.

100 Jahre Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen

Die Stiftung wurde am 14. August 1919 von der Patriotischen Gesellschaft errichtet und ist bis heute Trägerin des Öffentlichen Bibliothekswesens der Stadt. Es zählt zu den größten Öffentlichen Bibliothekssystemen in Deutschland und ist mit jährlich 4,9 Millionen Besuchern und Besucherinnen die publikumsstärkste Kultureinrichtung Hamburgs.

Beim heutigen Senatsempfang vor rund 400 Gästen anlässlich des Jubiläums sprachen Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher, Hella Schwemer-Martienßen und Frauke Untiedt. Die Hamburger Autorin Karen Köhler hielt den Festvortrag. Die Plattdeutsche Kindertheatergruppe der Aueschule Finkenwerder führt ein kurzes Stück auf. Mitglieder des Landesjugendjazzorchester Hamburg sorgen für den musikalischen Rahmen.

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