Mit dem Elbkulturfonds 2020 werden im kommenden Jahr sieben Projekte der Freien Szene gefördert, die sich auf unterschiedlichste Weise mit drängenden gesellschaftlichen Fragen befassen – von der kolonialen Vergangenheit Hamburgs bis zum deutschen Rap.

So werden dieses Jahr mit „The Portal/Das Portal“ von HafenCity Kuratorin Ellen Blumenstein und „Female Decolonisation: The Re-Enactment of Things“ von Claude Jansen zwei Projekte gefördert, die sich geschichtlich mit Hamburg als Hafen- und Kolonialstadt auseinandersetzen. Ziel des spartenübergreifenden Förderinstruments ist die Stärkung der Vielfalt und Qualität der Freien Szene in Hamburg. Die Projekte sollen innovativ und vielseitig sein und überregionale Strahlkraft entwickeln.

Bereits zum achten Mal vergibt die Behörde für Kultur und Medien mit dem Elbkulturfonds Fördergelder für Projekte freischaffender Künstlerinnen und Künstler in Hamburg. Die Fördermittel in Höhe einer halben Million Euro stammen aus der Hamburger Kultur- und Tourismustaxe.

Die geförderten Projekte stammen in diesem Jahr aus den folgenden Genres: Kunst im öffentlichen Raum, Tanz, Performance, Musik und Literatur. Gefördert wird mit „THE PORTAL/DAS PORTAL“ ein künstlerischer Parcours entlang ehemaliger Kontrollpunkte durch den Hamburger Freihafen. Mit „TRANSGENERATOREN“ wird ein Festival für transgenerationelle Kunst gefördert und mit „DEUTSCH-RAP“ eine Radiosendung für Jugendliche, die sich kritisch mit dem deutschen Rap auseinandersetzt. Das geförderte Projekt „FEMALE DECOLONISATION: THE REENACTMENT OF THINGS“ setzt sich feministisch und performativ mit der Kolonialisierung auseinander. „IMPOSSIBLE LIBRARY“ versteht die Praxis des Publizierens explizit als Austauschformat, um gesellschaftliche Fragen öffentlich zu diskutieren. Im Bereich Tanz konnte das Konzept zum Projekt „QUEER IBERIA“ überzeugen, eine choreographische Auseinandersetzung mit der Pluralität von Kulturen und Sexualität. Ein weiteres gefördertes Projekt aus den performativen Künsten ist „DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT“, welches sich der Frage widmet, was wir uns über den Zustand der Welt erzählen und warum wir dabei meist völlig daneben liegen.

Folgende Projekte werden aus Mitteln des Elbkulturfonds 2020 gefördert:

  • THE PORTAL/DAS PORTAL
    Antragstellerin: Ellen Blumenstein
    Fördersumme: 80.000 Euro
  • Impossible Library
    Antragstellerin: Annika Dorau
    Fördersumme: 74.000 Euro
  • Queer Iberia (AT)
    Antragsteller: Josep Caballero Garcia
    Fördersumme: 50.000 Euro
  • TRANSGENERATOREN: das Festival für transgenerationelle Kunst (AT)
    Antragstellerin: Gundula Hölty
    Fördersumme: 86.000 Euro
  • Female Decolonisation: The Re-Enactment of THINGS
    Antragstellerin: Claude Jansen
    Fördersumme: 95.000 Euro
  • Deutsch-Rap – eine Radiosendung bei ByteFM
    Antragsteller: Henning Kasbohm
    Fördersumme: 40.000 Euro
  • Meyer&Kowski zeigt: DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT
    Antragstellerin: Susanne Reifenrath
    Fördersumme: 75.000 Euro
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