Gerade wurden die Ergebnisse des ersten „Kinderrechte-Index“ für die Bundesrepublik Deutschland vom Deutschen Kinderhilfswerk vorgestellt. Es sieht großen Nachholbedarf bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Hamburg. Dank der Förderung des Deutschen Kinderhilfswerks im Rahmen ihres Länderfonds Hamburg: „Rechte und Beteiligung von Hamburger Kindern und Jugendliche“ konnte in diesem Herbst ein Projekt in Hamburg gestartet werden, das die politische Teilhabe von Kindern in ganz neuer Weise ermöglicht: Das „Kinderwahlbüro 2020“.

Das Logo des Kinderwahlbüros haben die Kinder selbst gestaltet, © PROFUND Kindertheater e.V.

Das Projekt vom PROFUND Kindertheater e.V. will Kinder zum Wählen einladen und am 23. Februar 2020, dem Tag der Hamburgischen Bürgerschaftswahl, mit ihnen eine Wahlparty feiern und die Ergebnisse des KWB 2020 präsentieren. Kooperationspartner ist das FUNDUS THEATER in Hamburg-Eilbek, das seine Infrastruktur und Räume zur Verfügung stellt.

Können immerhin Jugendliche ab 16 Jahren in Hamburg wählen und sind durch das Planspiel „Jugend im Parlament“ vertreten, fehlt es an Angeboten für jüngere Kinder. Diese Lücke schließt nun das KWB 2020. In einer Forschungs- und Recherche-Phase beschäftigten sich Schüler*innen der Stadtteilschule Niendorf und der Demokratischen Schule FLeKS mit Wahlrecht und Wahlsystem und sammelten Argumente für und gegen das Kinderwahlrecht.

© PROFUND Kindertheater e.V.

„Ich finde, Kinder sollten wählen, weil man ja über die Zukunft entscheidet und wir haben ja die längere Zukunft als die Erwachsenen. Und deshalb müssen wir am längsten damit klarkommen, wer gewählt wird“, so Jana, 12 Jahre, eine der Teilnehmer*innen. Diese nutzten die entwickelten Methoden kollektiver Entscheidungsfindung und erarbeiteten demokratisch eine inhaltliche Position der Gruppe Kinderwahlbüro. Mit Mitteln von Performance und Theater erstellten sie spielerisch eine Prognose darauf, wie sich die politische Welt verändern würde und verändern müsste, wenn Kinder wählen dürften.

„Damit Kinder an der demokratischen Handlung des Wählens teilhaben können, muss noch viel passieren. Sowohl die Kommunikation von Politik als auch deren Inhalte sollten sich an denjenigen ausrichten, die zukünftig leben. Das Kinderwahlbüro 2020 forscht und interveniert genau an dieser wichtigen demokratischen Herausforderung.“

Die Projektleiterin des KWB 2020, Hannah Kowalski

Im Vorfeld der Bürgerschaftswahl 2020 werden Kinder und Erwachsene an sechs Terminen an Wochenenden ins FUNDUS THEATER eingeladen, um das Kinderwahlrecht zu diskutieren, ihre Stimme abzugeben, Forderungen zu basteln, Bürgermeister*innen-Reden zu halten und zu hören und sich szenisch und spielerisch mit dem Mitbestimmungsrecht von Kindern zu beschäftigen. Das KWB 2020 will den Forderungen von Kindern und Jugendlichen nach mehr Mitbestimmung eine Bühne und einen Ort zur Vernetzung bieten.

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Auf: www.fundus-theater.de

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