Was eigentlich wichtig ist: Vielfalt, Kunst und Gemeinsinn in der Zinnschmelze

Viele relevante Themen sind durch eineinhalb Jahre Pandemie in den Hintergrund getreten. Deshalb fragt das stadtkultur magazin in seiner neuen Ausgabe in der Hamburger Stadtteilkultur nach, was eigentlich wichtig ist. Für die Zinnschmelze in Barmbek sind z.B. Vielfalt, Kunst und Gemeinsinn wichtig.

Feierabendsingen vor der Zinnschmelze, Foto: Zinnschmelze

Die Rede vom gesellschaftlichen Zusammenhalt hat seit mehreren Jahren Hochkonjunktur. Die Sorge um den Zusammenhalt bzw. das Verhindern von Spaltung wird von Projekten in der Soziokultur häufig selbst als angestrebtes Ziel beschrieben oder von außen erwartet. Doch was genau ist eigentlich in der künstlerischen Praxis leistbar und wie verhält sich das Bild des Zusammenhalts mit dem gleichzeitig gestellten Anspruch von kultureller Vielfalt, fragt sich die Zinnschmelze.

„Zusammenhalt“ als positiv besetzter Begriff assoziiert Stabilität, Verbindung und Einmütigkeit. Im Kulturbetrieb kennt man solche Momente, wenn ein Mitmachprojekt begeisterte Teilnehmende findet, in einer Jamsession der Funke überspringt, wenn zwischen Künstler*innen und Publikum ein Dialog entsteht. Die Notwendigkeit solch stärkender Erfahrungen, sinnlichem Erleben und geteilten Emotionen im kulturellen Miteinander ist in den vergangenen Monaten der erzwungenen Distanz noch einmal sehr deutlich und deren existenzielle Dimension bewusst geworden.

Die spannende Frage ist, ob die Erlebnisse ausreichen, um eine Verbesserung des Zusammenhalts im politischen oder soziologischen Sinn zu bewirken, bzw. welche Aktivitäten dafür zusätzlich nötig wären? Wann entfaltet sich ein „individueller Glücksmoment“ zu einer gesellschaftlichen Wirkung? Wie kombinieren wir das Bedürfnis nach Zugehörigkeit mit irritierenden Erfahrungen von Fremdheit? Wie erreichen wir in Programmgestaltung und Projektkonzeption die Überwindung von Distanzierung, Auseinanderdriften von sozialen Gruppen bis hin zur Ablehnung?

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Auf: www.stadtkulturmagazin.de

stadtkultur magazin Nr. 56: Was ist eigentlich wichtig?

Eineinhalb Jahre Pandemie haben Aufmerksamkeit und Arbeitszeit in der Stadtteilkultur gebunden: Die Pandemie, die Einschränkungen und der Umgang damit standen im Zentrum. Auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war darauf gerichtet. Da war wenig Platz für wirklich wichtige Themen wie Klimaschutz, gesellschaftlicher Zusammenhalt und kulturelle Teilhabe. Doch jetzt ist wieder Platz für Inhalte, deshalb fragt das stadtkultur magazin in der September-Ausgabe die Hamburger Stadtteilkultur: Was ist eigentlich wichtig? Ausgewählte Beiträge veröffentlichen wir hier vorab in den Fachinfos für Kultur-Akteur*innen. Die gedruckte Ausgabe erscheint Ende September 2021.

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