Clubkombinat e.V. veröffentlicht Sachbericht zum „wtf — what the fear“-Projekt über Gewalt im öffentlichen Raum

Der Clubkombinat Hamburg e.V. veröffentlicht seinen Sachbericht der ersten Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt „wtf — what the fear“, welches von Juni bis September 2025 mit verschiedensten partizipativen Elementen im öffentlichen Raum auf St. Pauli stattgefunden hat.

Illustration einer nächtlichen Szene auf dem Hamburger Spielbudenplatz mit einem gläsernern Container, der den Schriftzug wtf auf dem Dach trägt und von einer Straßenlaterne beleuchtet wird
Ein gläserner Container unterstützte die wtf-Kampagne | Illustration: Julia Zeichenkind

Das Projekt „wtf – what the fear“ des Clubkombinat Hamburg e.V. untersuchte in besagtem Zeitraum die Erfahrungen mit Gewalt im öffentlichen Raum rund um die Reeperbahn in St. Pauli. Angesichts von bis zu 50.000 Feiernden am Wochenende und steigenden Straftaten im Nachtleben, die oft nicht gemeldet werden, zielte das Pilotprojekt darauf ab, die Problemlage strukturiert zu erfassen, Schutzmaßnahmen zu diskutieren und die Sensibilisierung für Gewalt- und Diskriminierungsformen zu fördern. Dies geschah durch einen Informations- und Gesprächscontainer auf dem Spielbudenplatz, eine digitale Meldestelle, Bedarfsanalysen auf der Reeperbahn, Bildungsformate, ein illustrierter Bauzaunbanner mit Handlungsempfehlungen sowie durch zahlreiche Kooperationen mit Sozial- und Fachstellen aus Hamburg.

Die ersten Erkenntnisse sind alarmierend: Gewalt ist Alltag und oft unsichtbar. Von 58 vollständigen Meldungen bei der digitalen Meldestelle betrafen rund 40 Perozent sexualisierte Grenzüberschreitungen und 32 Prozent sexualisierte körperliche Gewalt. Weitere häufige Kategorien waren körperliche Gewalt, Rassismus sowie queer- und transfeindliche Angriffe. Über 70 Prozent der Betroffenen waren weiblich, rund 23 Prozent divers, und die Täter*innen wurden fast ausschließlich als männlich und unbekannt beschrieben. Parallel dazu gaben über 90 Prozent der Befragten an, bereits Gewalt oder Diskriminierung im Reeperbahn-Umfeld erlebt oder beobachtet zu haben, wobei sich nicht-männlich gelesene Personen besonders unsicher fühlen.

Als Reaktion auf diese Ergebnisse fordert die Zivilgesellschaft dringend Prävention, Präsenz und sichere Orte, z.B. durch Awareness-Teams, sichtbare und betreute Anlaufstellen, Aufklärung und Prävention sowie eine bessere Infrastruktur. Der Tenor ist eindeutig: Echte Sicherheit entsteht nicht allein durch Kontrolle, sondern durch kulturelle Transformation, Solidarität und gemeinsame Verantwortung. Basierend auf diesen Erkenntnissen ist eine Fortsetzung und Weiterentwicklung des Projekts „wtf – what the fear“ für 2026 geplant, um den öffentlichen Raum und das Nachtleben auf St. Pauli sicherer und inklusiver zu gestalten.

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Auf: www.wtf-stpauli.org

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