Stadtteilkultur bietet und gestaltet Freiräume im Stadtteil für und durch Kunst und Kultur. Das stadtkultur magazin Nr. 23 ist eine Reise durch diese Räume.

Die Freiräume sind zum einen – ganz physikalisch – Räume, die für Initiativen und Projekte in den Häusern der Stadtteilkultur kostenfrei oder gegen einen Unkostenbeitrag zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen geht es um immaterielle Möglichkeitsräume – Freiräume im und für den Kopf – die für und durch Kunst und Kultur im Stadtteil geschaffen werden. Zwischen diesen Polen – den physikalischen und den immateriellen Freiräumen – „oszillieren“ die Artikel dieser Ausgabe inhaltlich: Zwischen den Freiräumen in den Häusern der Stadtteilkultur, in der Stadt und im Kopf.

Witali Späth, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Stadtplanung der HCU, bringt im Einleitungsartikel noch einen weiteren Aspekt in die Diskussion: Kunst und Kultur benötigen auch Freiraum, um ihre Wirkungsmächtigkeit zu entfalten. Er spricht sich dafür aus, Freiräume für Kunst und Kultur in der Stadt zu fördern, ohne sie gleich durch zielorientierte Auflagen zu instrumentalisieren, wie es Stadtplaner gerne machen. Die GWA St. Pauli unterstützt Bewohner dabei, sich sowohl künstlerisch-kreative als auch gesellschaftspolitische Freiräume im Stadtteil anzueignen. Das beste Beispiel dafür ist der Park Fiction. Auch die Zinnschmelze gestaltet Freiräume im Stadtteil aktiv mit, wie z.B. die beiden Plätze in der Nähe des Kulturzentrums. Das JAS WERK erschafft aus stadtplanerischer Perspektive mit Jugendlichen kreative, gestaltbare Räume in der Stadt wie z.B. die „BunkerSuperSuite“ in einem nicht genutzten Bunker. Das Gängeviertel hat sich seinen Freiraum erst kürzlich erobert, andere Kulturzentren, wie das Goldbekhaus, haben diesen Prozess schon vor langer Zeit durchlaufen und sehen sich jetzt als Gastgeber für Gruppen, Veranstaltungen, Feiern und Vermietungen. Die MOTTE bietet mit ihren Werkstätten und dem Naturerlebnisraum Spielraum für das Selbermachen und Aktivwerden. Das Bürgerhaus Wilhelmsburg ist mit knapp 4.000 Quadratmetern eines der größten seiner Art und sorgt dafür, dass aus diesen freien Räumen auch Freiräume entstehen. In der W3 finden Themen, Ideen und Konzepte, für die es oft noch keinen Platz in der Mitte der Gesellschaft gibt, Räume für Diskurse. Da Wohnungen in Barmbek im Hamburger Durchschnitt recht klein sind, bietet das Bürgerhaus in Barmbek den benötigten Freiraum im Stadtteil für über 80 Gruppen. Auch das Brakula bietet vielen Gruppen und Initiativen wie z.B. der Stadtteilkonferenz den benötigten Raum. Im letzten Artikel leiten wir mit dem Freiraum, den z.B. die Bühne im Bürgertreff Altona für Nachwuchskünstler bietet, schon über zum Thema der nächsten Ausgabe: dem Kulturnachwuchs.

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