In diesem Jahr feiert die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) ihr 50-jähriges Bestehen. KuPoGe-Präsident Markus Hilgert plädierte im Rahmen des 71. Kulturpolitischen Kolloquium in Loccum für eine Kulturpolitik der Resilienz.
Zum 50-jährigen Bestehen der Kulturpolitischen Gesellschaft plädiert Markus Hilgert als Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft beim 71. Kulturpolitischen Kolloquium in Loccum für einen grundlegenden kulturpolitischen Aufbruch. In seiner Rede „Kulturpolitik der Resilienz“ analysiert er die anhaltenden Defizite der Kulturpolitik – und entwirft zugleich ein zukunftsweisendes Konzept: Kultur als tragende Infrastruktur gesellschaftlicher Stabilität. Angesichts multipler Krisen fordert Hilgert eine Neuausrichtung hin zu resilienten kulturellen Ökosystemen, die Teilhabe sichern, Demokratie stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Ein pointierter Impuls für die kulturpolitische Debatte – und ein dringender Appell zum Handeln.
Acht Faktoren nennt Hilgert, deren Berücksichtigung eine Kulturpolitik der Resilienz besonders befähige:
- Infrastruktur & Zugang – Kulturinfrastruktur (Räume, Personal, Finanzierung) als öffentliche Daseinsvorsorge behandeln.
- Partizipation & Teilhabe – aktive Einbindung unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen in Planung und Durchführung.
- Symbolische Reparatur & Erinnerung – gezielte Pflege von Erinnerungsorten, Ritualen und Narrativen zur Stabilisierung kollektiver Identität.
- Dezentralität & Flexibilität – regionale Anpassungsfähigkeit
und mobile Formate als Mittel zur Robustheit gegenüber lokalen Schocks. - Langfristigkeit & Stabilität – mehrjährige, planbare Finanzierung statt kurzfristiger Projektförderung.
- Koordination & Vernetzung – Schnittstellen zwischen Kultur, Sozialpolitik, Bildung, Gesundheit und Wirtschaft stärken.
- Kreative Ökonomie als Transformationsmotor – Kulturförderung als Katalysator für Innovation, Nachhaltigkeit, soziale Ökonomie und lokale Wertschöpfung nutzen.
- Traumabearbeitung & psychosoziale Funktionen – Kultur als Form der kollektiven Verarbeitung von Krisen anerkennen.
