Ein Bündnis aus Hamburger Stiftungen, Unternehmen und Bürgern stellt 280.000 Euro für  künstlerische und kulturpädagogische Projekte zur Verfügung, die zur Integration und Partizipation von Geflüchteten beitragen.

Aus rund 80 Anträgen wählte die Hamburgische Kulturstiftung, die den Fonds FREIRÄUME! gemeinsam mit der Körber-Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Anfang des Jahres initiiert hat, 32 Projekte zur Förderung aus. Das Spektrum der geförderten Projekte spiegelt die Vielfalt und Qualität der Hamburger Stadtteilkultur wider. Unterstützt werden Projekte verschiedener Sparten mit und für Geflüchtete, die von Hamburger Statteilkulturzentren, Bürgerhäusern, kulturellen Institutionen, Vereinen und Einzelkünstlern durchgeführt werden.

Kriterien für die Förderung waren vor allem die Niedrigschwelligkeit des Angebots, die künstlerische oder kulturpädagogische Qualifikation der Projektdurchführenden sowie die lokale Vernetzung und praktische Realisierbarkeit der Projekte. Zudem lag der Fokus auf der Qualität der Vorhaben, Orte der Be-gegnung und damit interkulturellen Austausch zu ermöglichen. Die Projekte erhalten zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

Als beispielhaftes Projekt gilt etwa „Strangers in paradise??“, eine kulturpädagogische Werkstatt des Vereins FrapLab e.V. in HH-Altona. Sie richtet sich an minderjährige unbegleitete Flüchtlinge und Jugendliche. Unter Anleitung von Kunstpädagogen und Künstlern arbeiten die Teilnehmer wöchentlich zu Themen wie Heimat, Flucht und Sehnsüchte. Rap- und Hiphopkurse des Kulturpalastes Hamburg, Theaterkurse der Theaterschule Zeppelin, eine Schmuckwerkstatt des Museums der Arbeit und ein Party-Kunst-Projekt des Vereins Jugendfilm e.V. sind weitere ausgewählte Projekte.

„Die Resonanz der Stadtteilkulturszene auf den Fonds FREIRÄUME! ist sehr groß. Leider sind die Mittel des Fonds derzeit vollständig aufgebraucht. Wir suchen dringend nach neuen Förderern, um unsere Arbeit fortsetzen zu kön-nen. Es geht nicht nur darum, weitere Projekte zu ermöglichen, sondern auch darum, die nunmehr initiierten nachhaltig zu unterstützen“, verdeutlicht Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die hervorragende Arbeit der Kulturszene in den Stadtteilen fortgesetzt werden kann«, unterstreicht Anja Paehlke, Vorstand der Körber-Stiftung. „Wir haben mit dem Fonds ein kulturpolitisches Signal gesetzt, das auch auf Bezirksebene wirken soll.“

Projektliste:

  • AMJ Arbeitskreis Musik in der Jugend: Quiddjeschor
  • Begegnungsstätte Bergstedt: Kulturgutscheine für Geflüchtete
  • Bunte Kuh e.V.: Modellierprojekt „Bauen mit Lehm für Groß und Klein“
  • Bürgerhaus Wilhelmsburg: Weltkapelle Wilhelmsburg
  • Burkhard Schittny: Kunst-Musik-Performance „Katjuscha“
  • Charlotte Pfeifer: interdisziplinäres Kunstprojekt „Wie schmeckt das?“
  • Clowns im Einsatz e.V.: Clowns im Einsatz für Flüchtlingsunterkünfte in Hamburg
  • Haus für Jugend, Kultur und Stadtteil Stellingen: Fotoprojekt „Was ist mir bekannt? -­ Was ist mir fremd?“
  • Eidelstedter Bürgerhaus: Werkstattangebot Theater und Tanz/Musik OPENHAUS
  • elbdeich e.V.: offene Kunstwerkstatt in einer Unterkunft
  • FrapLab e.V.: kulturpädagogische Werkstatt „Strangers in paradise ??“
  • Frauenmusikzentrum e.V.: Musik für Flüchtlingsfrauen und -mädchen
  • Goldbekhaus Winterhude e.V.: FREIRÄUME! – Workshops und Veranstaltungen
  • GWA St. Pauli e.V.: Generationsübergreifendes Theaterprojekt „Ronja und Julian -­ Die Reise ins Übermorgenland“
  • Hajusom e.V.: Wöchentliche Musik‐ und Textwerkstatt „Stimmen der Zukunft 2016“
  • HipHop Academy Hamburg / Stiftung Kulturpalast: Rap & Gesang für junge Frauen, Tanz für junge Männer
  • Jugendfilm e.V.: Projektreihe „PartyKunst“
  • Kampnagel Hamburg: transnationaler Begegnungsraum und Labor für die kommende Gesellschaft MIGRANTPOLITAN
  • KinderKulturhaus Lohbrügge des Kulturzentrums LOLA: Projekt „Angekommen -­ angenommen!“
  • Kulturhaus Dehnhaide e.V. / Kulturpunkt im Barmbek Basch: Dezentrale Veranstaltungsreihe „Kulturrevier im Süden von Barmbek“
  • Kulturhaus Süderelbe e.V.: Tanzcompagnie Süderelbe
  • kulturkaviar für alle e.V.: Projekt NEULAND: Malkreis für Kinder und Handarbeitscafé für Frauen
  • Kulturladen St. Georg: Kulturprojekte für Flüchtlinge im Kulturladen St. Georg
  • Kunstverein Süptitzvilla e.V.: Willkommenskulturelle Kunstausstellung „If Not Where“
  • lifenotes e.V.: Musikprojekt „WeSpeakMusic“
  • Lukulule e.V.: lukulule, FlüchtLINK
  • Martin Gunst: Filmprojekt mit Flüchtlingskindern
  • Museum der Arbeit: Offene Schmuckwerkstatt
  • Parkour Creation e.V.: Salon International ­‐ Parkour auf der Bühne
  • Theaterschule Zeppelin: Theaterkurse für junge, unbegleitete Jugendliche Hoheluftschiff
  • Zinnschmelze: Tanzprojekt „Heimat Tanz -­ Zuhause in Barmbek“
  • Zirkus Willibald Willibalds: Tor zur Welt

Der Fonds FREIRÄUME! wurde gemeinsam von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Körber-Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ins Leben gerufen. Er wurde konzipiert in Zusammenarbeit mit Stadtkultur Hamburg und wird betreut von der Hamburgischen Kulturstiftung. Zu den Förderern des Fonds gehören: Gabriele Fink Stiftung, Hermann Reemtsma Stiftung, Zeit-Stiftung, Nordmetall-Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Mara & Holger Cassens-Stiftung, Scheck-Stiftung, Klaus Rating-Stiftung, Martha Pulvermacher Stiftung, Claussen-Simon-Stiftung, Aug. Prien Bauunternehmung (GmbH & Co. KG), Quantum Immobilien AG, Berit und Rainer Baumgarten, Claus G. und Annegret Budelmann, Angelika Jahr, Heinz Lehmann, Clemens Rating, Dr. Farhad Vladi, Constanze und Christian Wriedt.