Die Corona-Krise verändert die Arbeit der Hamburger Stadtteilkultur, ihre finanziellen Grundlagen und ihre Zukunftsperspektiven radikal. So faszinierend die Fortschritte sind, die im Digitalen gerade gemacht werden, Stadtteilkultur ist im Analogen verwurzelt. Stadtteilkultur lebt von der Begegnung vor Ort – die gerade jetzt nicht möglich ist.

STADTKULTUR HAMBURG wollte gerne wissen, was die Stadtteilkultur und ihre Protagonist*innen in diesen Zeiten bewegt, was sie lernen, was sie hoffen, was sie planen, wie sie sich neu strukturieren und wie sie über die Runden kommen.

Deshalb hat STADTKULTUR HAMBURG Ende März beschlossen, eine Serie dazu zu starten: Die Artikel sind ab Ende April online auf www.stadtkulturmagazin.de erschienen und spiegeln die Situation zum jeweiligen Zeitpunkt wieder. Jetzt erscheint das stadtkultur magazin Nr. 51 mit allen Artikeln gesammelt in gedruckter Form.

Zur zeitlichen Orientierung beginnt das Heft mit einer Chronologie der Schließungen: vom Lockdown im März bis zu ersten Öffnungen Ende Mai.

Mit Brakula-Mitarbeiter Konstantin Ulmer startet die Artikel-Serie. Er kommt in der Mitte des Lockdowns im Homeoffice zu einer wichtigen Erkenntnis: Sein Job ist systemrelevant. Sonja Engler läßt die letzte Veranstaltung in der Zinnschmelze vor dem Lockdown noch einmal Revue passieren und betrachtet die Einschränkung der Grundrechte mit Sorge: Im Projekt „UNANTASTBAR“ beschäftigte sich das Haus gerade mit dem Grundgesetz. Nils Kumar ist Bundesfreiwilliger bei STADTKULTUR HAMBURG. Ihn schmerzt vor allem der Verlust persönlicher Kontakte in der Corona-Zeit – und die Absage der Fortbildungen.

Veranstalter Dan Thy Nguyen aus dem Eidelstedter Bürgerhaus beschäftigt sich mit der Frage, wie sich in Corona-Zeiten zukünftige Veranstaltungen planen lassen. Wie gelingt das Wieder-Hochfahren der Kultur unter schwierigen Rahmenbedingungen, fragt sich auch Klaus Kolb von der Eppendorfer Kunstklinik. Friederike Salow und Gesa Becher wandeln die Küchenkonzerte der GWA St. Pauli einfach in ein Internet-Format um. Das Stadtteilhaus Horn befindet sich noch in der Aufbauphase: Stadtteilhaus-Leiter Alexander Wilke fragt sich, ob nach der Wiedereröffnung noch der gemeinsame Drive da ist.

Alle Planungen für 2020 sind Makulatur. Und dennoch bringt die Krise einiges an Erkenntnis und Entwicklung, findet Goldbekhaus-Geschäftsführer Bernd Haß. Die Geschäftsführerin des Fundus Theaters Gundula Hölty berichtet über Planungen für die nächste Spielzeit in und mit der Krise. Die Lukulule-Projektmanagerin Gardy Stein stellt ihre neue mobile Hygienestation für die Öffnung vor.

Ortrud Schwirz sieht, dass die Menschen das Frühjahr mit Corona sehr unterschiedlich erlebt haben. Sie selbst war während des Lockdowns noch im Urlaub in Italien. Auf Unterschiede geht auch die Vorständin des Bürgerhauses Wilhelmsburg Katja Scheer ein: Obwohl Bürgerhäuser in Zeiten von Corona den gleichen Status haben wie die Stadtteilkulturzentren, hinken sie aber wegen unterschiedlicher Zuständigkeiten immer hinterher. Ulli Smandek vom Bürgerhaus Barmbek berichtet darüber, wie nach dem ersten Lockdown-Schock die Ideen der Stadtteilkultur wieder sprudelten. Und die Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG Corinne Eichner schildert zum Abschluss der Serie die Corona-Krise aus der Sicht eines Dachverbandes.

Das gedruckte Heft wird gerade an die Abonnent*innen versendet, es liegt aber auch schon als PDF vor. Wir wünschen Ihnen viele Erkentnisse und Momente des Wiedererkennens beim Lesen.

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