stadtkultur magazin Nr. 56: Was ist eigentlich wichtig?

Eineinhalb Jahre stand die Corona-Pandemie im Fokus. Jetzt müssen wieder andere Themen nach vorne. Im aktuellen stadtkultur magazin erzählt die Hamburger Stadtteilkultur, welche gesellschaftlich relevanten Themen für sie eigentlich wichtig sind.

Eineinhalb Jahre Pandemie haben Aufmerksamkeit und Arbeitszeit in der Stadtteilkultur gebunden: Die Pandemie, die Einschränkungen und der Umgang damit standen im Zentrum. Auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war darauf gerichtet. Es gab wenig Platz für wirklich wichtige Themen wie z.B. den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Klimawandel oder für kulturelle Teilhabe. Doch jetzt ist wieder mehr Raum für andere Inhalte, weshalb das stadtkultur magazin von der Hamburger Stadtteilkultur wissen wollte, was eigentlich wichtig ist.

Für die Zinnschmelze zum Beispiel ist es der gesellschaftliche Zusammenhalt. Das Stadtteilkulturzentrum fragt sich jedoch, was in der künstlerischen Praxis eigentlich leistbar ist und wie sich der Wunsch nach Zusammenhalt mit dem Anspruch von kultureller Vielfalt verhält. Im Eidelstedter KulturContainer stellt sich das Team die Frage: Wie bleiben wir in Verbindung nach so einer langen Zeit mit Isolation und drohender gesellschaftlicher Spaltung? Die altonale stellt die Systemrelevanz von Kultur in den Mittelpunkt und es zeigt sich, dass die Menschen die Frage „Was ist wirklich wichtig für unser Zusammenleben?“ weiterdenken möchten. Zusammen mit anderen Organisationen engagiert sich das Freizeithaus Kirchdorf-Süd im Netzwerk gegen Rechts Wilhelmsburg und für eine gerechtere Teilhabe aller. Gegen Fake News und Hate Speech wollen die Bücherhallen Hamburg die demokratische Debattenkultur stärken und dazu ermutigen, selbst im digitalen Raum Zivilcourage zu zeigen und Gegenrede zu praktizieren.

Die W3_ zeigt mit Workshops und Diskussionen Möglichkeiten, die Umwelt und das Klima zu schützen und auf eine gerechte Verteilung der Ressourcen zu achten. Die MOTTE in Ottensen zeigt, wie Klimaschutz praktisch erlebt und mitgestaltet werden kann. Die Initiative Nachhaltiges St. Georg entstand aus dem Einwohnerverein des Stadtteils und dem ­Kulturladen St. Georg. Im Sommer veranstaltete der Kultur­laden seinen 2. NachhaltigkeitsTAG mit Mitmachangeboten, Pflanzen- und Klamottentausch.

Im Bürgerhaus Bornheide steht Teilhabe für alle im Stadtteil an erster Stelle. Mitten in Wilhelmsburg bietet das ­Atelier Freistil von Leben mit Behinderung Künstler*innen mit einer Behinderung einen Ort für praktische kulturelle Teilhabe. Der Circus ABRAX KADABRAX setzt in seinen soziokulturellen Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche auf Partizipation. Die Initiative ¡RIMA! fördert iberoamerikanische Musiker*innen und Künstler*innen durch die Organisation von Konzerten, Workshops und Projekten. Und im Stadtteilkulturzentrum Lurup stecken die Kultur des Miteinanders, demokratische Selbstorganisation und Partizipation tief in der eigenen DNA.

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